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Mitarbeiterfortbildung 2011
Iglubau
Datum: 14.2. – 16.2.2011
Ort: Spilauersee beim Chäppeliberg, oberhalb Sisikon Ziel der Ausbildung: Technik Iglubau und Igluübernachtung, Materialausbildung, LVS-Kurs, Kochen im Schnee, Tourenplanung
Von der Bergstation Chäppeliberg ging es bei schönstem Wetter in Richtung Spilauersee. In einer kleinen Talmulde mit 1.5 – 2-5 Meter Schnee gruben wir uns einen Steinbruch und begannen mit dem Iglubau. Ca um 18 Uhr, nach 7 Stunden Bauzeit, waren die 3 Iglus bezugsbereit.
Am nächsten Tag gab es die Möglichkeiten entweder mitzuhelfen das grösste Iglu zu einem Aufenthaltsiglu mit Bänken und Tisch auszuarbeiten, oder an einer Schneeschuhtour teilzunehmen. Nebst dem Igluausbau wurde die Küche mit Schneeziegeln überdacht und für das grosse Iglu 3 Schlaftunnel gebaut. Die Schneetour führte auf das Spilauerhorn auf ca. 2200MüM. Gezeigt wurde dabei unter anderem Hangneigungsmessung mit Tourenstöcken und das Suchen der bestmöglichen Route den Hang hinauf.
Am 3. Tag räumten wir das Gelände auf und führten in 2 Gruppen eine LVS Übung mit Einfach- und Mehrfachverschüttungen durch.
Material
- Schneeschaufeln: Von Vorteil sind ein grosses Schaufelblatt, ein langer ungebogener Stiel, (ovale Form ergibt bessere Griffigkeit), und eine gerade Hinterkante des Schaufelblattes um besser mit den Schuhen nachhelfen zu können. Nachteil des grossen Schaufelblattes und des langen Stieles sind das erhöhte Gewicht. „Testsieger“ sind die Schaufel G3 von Avitech und Traverse EXT von BCA
- Schneesägen: Hauptmerkmalsunterschiede sind der Winkel des Griffes zum Schneideblatt (gerade Verlängerung, 90° Winkel oder ~ 45°), Formfestigkeit des Schneideblattes, Länge des Schneideblattes, und Anordnung der Schneidezähne.
Der Winkel des Griffes liegt im Erachten des Gebrauchers. Tendenziell waren der 45° Winkel am beliebtesten. Die gerade Verlängerung war fürs Blöcke Schneiden eher unkonfortabel, dafür für Korrekturen beim Blockeinbau komfortabler.
Standart Aluminiumlegierungen für das Schneideblatt sind eher zu wenig Formfest, das Schneideblatt kann sich verbiegen bei harten Schichten. Speziallegierung aus dem Flugzeugbau ist formfester.
Zueinander abgewinkelte Schneidezähne machen das Schneideblatt aggressiver.
- LVS: Für den Test hatten wir folgende 3-Antennen-Geräte: Pulse Barryvox. Pieps, Tracker, Ortovox S1.
Generell sind alle Geräte sehr gut geeignet. Pulse hat sehr markante Tonveränderung bei Annäherung. Für technisch interessierte kann man viele Grundeinstellungen personalisieren. Pfeilfunktion zeigt genaue Herkunftsrichtung des Signals. Markierungsfunktion für Mehrfachverschüttung (markiertes Signal wird für weitere Suche ausgeblendet).
Pieps zeigt in welchem Abstand wie viele Verschüttete liegen, was ein erstes Annähern verkürzen kann. Präzise Pfeilfunktion zeigt genaue Richtung der Herkunft des Signals. Markierungsfunktion für Mehrfachverschüttung. Für grosse Handschuhe und Fäustlinge liegen die Funtionstastten etwas nahe beieinander. Neueste Software erkennt im Sendemodus Signale anderer LVS und legt sein eigenes Signal genau dazwischen, wodurch Signalfehlinterpretation verhindert wird.
Das Tracker ist sehr einfach in der Bedienung und schnell im Berechnen. Es eignet sich für Leute, welche keine zusätzlichen Funktionen wünschen, sondern ein schnell einsetzbares und sehr einfach zu bedienendes Gerät suchen. Richtungsangabe mittels Leuchtpunkten. SP-Funktion (Eingrenzen des Suchwinkels bei einer Mehrfachverschüttung nachdem die erste Person geordet wurde) hat Schwierigkeiten, wenn die nächste Person innerhalb weniger Meter daneben liegt.
. ... Zusätzliche Funktionen wie Hangneigunsmesser integriert. Der Nachteil hier ist darin, dass es in geöffnetem Zustand nicht mehr sendet (will heissen dass es während dem Messen der Hangneigung nicht mehr sendet), und wenn man ins Menü geht weder sendet noch empfängt.
Grundsätzlich muss jeder Tourengänger jedes Gerät ausprobieren und für sich selbst entscheiden, welches im am besten passt vom Handling und der Bedienung. Ganz wichtig nach dem Kauf: Üben, üben, üben!
- MSR-Kocher: Die Benzin-betriebenen MSR Kocher, die auch mit Diesel oder ähnlichen flüssigen Brennstoffen funktionieren, eignen sich sehr gut für längere Outdooreinsätze. Sie sind ergiebiger als Gaskocher und man kann sie an jeder Zapfsäule auffüllen, oder jede Flasche mit Ersatzbrennstoff füllen. Eine leichte und sichere Handhabung runden die Qualitäten der MSR Kocher auf.
Der Fortbildungskurs war eine super Erfahrung. Die Gruppe hat sehr gut harmoniert und Jede/r hat seine Teamtauglichkeit bewiesen.
Einen herzlichen Dank geht an Phillipe Grimm für die Planung und Durchführung des Anlasses, sowie seine kompetente Unterstützung beim Iglubau.
Ein grosses Dankeschön geht an Martin und Daniel von Bergpunkt. Ihre natürliche Art und grosse Erfahrung hat uns allen geholfen, weitere wertvolle Erfahrungen im Bergsport zu machen, welche wir an die Kunden weitergeben können.
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