2010 bergsteigen
Bergsteigen
Die Bächli-Mitarbeiter besuchen in regelmässig Fortbildungen, die in Zusammenarbeit mit Bergpunkt stattfinden. Dies gibt die Möglichkeit, noch mehr Erfahrungen im Bergsport zu sammeln und die neuesten Materialerkenntnisse intensiv zu diskutieren. So gings auch Anfang Juni in den noch tief verschneiten, abgelegenen Gruebenkessel. Geführt wurden die 13 Bächli Mitarbeiter von Martin Sägesser und Daniel Silbernagel, dem Hüttenwart der Gruebenhütte.
Montag, 07.06.2010
Um 09.53 traf sich die Truppe an der Postautohaltestelle Handegg. Das Wetter war eher nass und kühl. Nachdem die Lebensmittel und Ausrüstung für die nächsten Tage „gerecht“ verteilt waren, gings Richtung Gruebenkessel los. Anfänglich war die Landschaft noch grün und sanft, doch schon nach einer knappen Stunde kamen die ersten Schneefelder, der Weg wurde wilder und verlief oft durch ein Schmelzbächlein. Je mehr Höhe man gewann, desto steiler gings nun über Schnee und Fels Richtung Gruebensee. Kurz vor diesem legte sich das Gelände wieder zurück und es war Zeit, die Schneeschuhe zu montieren. Nach der flachen Passage um den wunderschönen, noch gefrorenen Gletschersee, galt es einen letzten Aufschwung zur Gruebenhütte zu meistern. Dort gabs erst mal ein Begrüssungskaffee. Nach dem Mittagessen stand „Felsgewöhnung“ im Klettergarten direkt hinter der Hütte auf dem Programm. In moderaten Schwierigkeitsgraden konnte man die Kletterfähigkeiten der Bergschuhe testen. Einige Stunden später gings zurück in die urgemütliche Hütte, wo das Abendessen schon wartete. Am Abend wurde noch reichlich diskutiert und die Mitarbeiter der verschiedenen Filialen hatten die Möglichkeit, sich auszutauschen.
Dienstag, 08.06.2010
Um sechs Uhr war Tagwach. In der Morgendämmerung ging’s in zwei Gruppen mit den Schneeschuhen Richtung Golegghorn. Während die eine Gruppe über den Nordwestgrat zum Gipfel aufstiegen, machte sich die zweite Gruppe an den Aufstieg übers Steinlauijoch, wo kombinierte Gratkletterei am kurzen Seil auf die Teilnehmer wartete. Teils hervorragender Fels wechselte mit brüchigem Gestein und Firnfeldern. Nach kurzer Rast auf dem windigen Gipfel ging’s durch das Nordcouloir in steilem Firn wieder hinab auf den kleinen Golegggletscher und zu den dort deponierten Schneeschuhen. Punkt zwölf Uhr konnten sie an der Hütte bereits wieder abgezogen werden. Nach der Verpflegung war wieder Klettern angesagt. Das Gebiet durfte frei gewählt werden. Die Klettergärten um die Gruebenhütte bieten vielfältigste Klettereien. So kann man an mehreren Felsbändern um die Hütte in jedem Niveau, an gebohrten oder cleanen Routen klettern. Am Abend standen noch Verkaufsschulungen auf dem Programm.
Mittwoch, 09.06.2010
Nach dem Frühstück, Packen und Hüttereinigen gings mit vollem Rucksack und Schneeschuhen zu einem weiteren Highlight des Gruebenkessels – den Gletscherpfeilern. Der Gletscher hat hier eine bis 200m hohe Wand zurückgelassen, an der sich einige sehr lohnende Mehrseillängenrouten in mittleren Schwierigkeiten durch schönsten rauen Granit ziehen. Zeitweiliger Regen und Windböen sorgten dafür, dass man nicht vergass, in alpinem Gelände unterwegs zu sein. Wieder am Wandfuss wurden dann noch einmal die Schneeschuhe angezogen und es ging zurück Richtung Tal. Mittlerweile regnete es waagerecht. Zwei Stunden später gabs im Restaurant Handegg das Abschlussgespräch. Mit einem Lächeln im Gesicht verabschiedeten sich alle nach drei eindrücklichen Tagen im wilden Gruebenkessel, fern ab von Touristenströmen und Handyempfang.
Buchempfehlung Gruebenkessel
Dieser Gebietsführer entführt Sie in den verlassenen Talkessel zur Gruebenhütte hoch über der Handegg am Grimselpass. Daniel Silbernagel hat in diesem Buch sämtliche aktuellen Routeninfos rund um die Gruebenhütte zusammengetragen. So finden sich Topos und Fotos von alpinen Klettertouren, Firntouren, Klettergärten, Sportkletterrouten und Wintertouren. Doch nicht nur Kletterinfos finden sich in diesem Werk, vielmehr gibt es einen Einblick in die Region sowie über die Geschichte des Gueben-Gebiets. Somit läd das Buch einmal mehr dazu ein, es an einem gemütlichen Hüttenabend über dem Gruebensee in die Hand zu nehmen. Mit diesem Buch möchte der Autor die Region bewusst erlebbar machen und zum Erhalt ihrer Ursprünglichkeit beitragen.
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