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Tags: Abenteuer, Expedition, Klettern

«Verzichten hat mein Leben bereichert»

MORITZ BECHER, 01.10.2018

Katharina, wo wohnst du gerade? 
Offiziell gemeldet bin ich im Moment in meinem Elternhaus nördlich von München. Aber wohnen in dem Sinn? Eigentlich nirgendwo – und überall.

Das bedeutet …?
… dass mein Freund James und ich seit circa eineinhalb Jahren unsere beiden grossen Leidenschaften, Reisen und Klettern, kombinieren – als Reise ohne Endtermin.

Hattest du das schon länger geplant oder war es eher eine spontane Entscheidung?
Während meines Sportstudiums gab es zwei Erlebnisse, die den Wunsch, lange auf Reisen zu gehen, geweckt haben. Einerseits ein dreimonatiger Trip nach Neuseeland und Australien. Ich war überwältigt von den Ländern und der Freiheit, die ich dabei verspürt habe. Aber ich habe immer die Reisenden beneidet, die dort ohne Zeitdruck unterwegs waren. Das andere einschneidende Erlebnis war 2001 der plötzliche Tod meiner Mutter. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht, über das Leben und darüber, was es sinn- und wertvoll macht. Meine Erkenntnis war damals schon: «Du musst dein Leben wirklich voll und ganz leben und nichts auf später schieben.»

Wie lange hat es dann gedauert, bis du den Ausstieg wirklich gewagt hast?
Eine ganze Weile. Nach dem Studium habe ich zwölf Jahre bei Mammut, adidas und Arc’teryx in der Kommunikation gearbeitet. Mit jedem Jahr hat es mehr in mir gebrodelt. Allerdings brauchte es wohl noch einen externen Auslöser. Das war mein jetziger Freund James, den ich vor fünf Jahren in der Türkei beim Klettern kennengelernt habe. Er ist Kanadier, hat die Reiselust in seinen Genen. Schon als kleiner Junge hing in seinem Zimmer eine riesige Weltkarte. Das Studium als Geograf hat er zwar abgeschlossen, aber der Beruf ist quasi der Berufung, also der Kombination aus Reisen und Klettern, zum Opfer gefallen.

Hat er dich überredet, dein altes Leben aufzugeben?
Nicht überredet, das klingt zu negativ. Aber James hat diese schwelende Sehnsucht wieder voll entfacht. Er ist ein starker Kletterer, versierter Handwerker und neugieriger Kulinariker. Und er sieht die Art und Weise sehr kritisch, wie Menschen sich heutzutage zeitlich und energetisch für ihre Jobs aufopfern, nur um sich Dinge leisten zu können, die man in seinen Augen nicht braucht. Das hat mich schon stark inspiriert und darin bestärkt, diesen Schritt zu gehen. Aber es war eine Entwicklung. Wir haben davor ja schon jede freie Minute beim Klettern in der Fränkischen Schweiz, anderen Sportklettergebieten und den Bergen verbracht, im Schnitt sicher 75 Nächte pro Jahr im Zelt geschlafen. Montagmorgens quasi von der Isomatte ins Büro. Irgendwie ein cooler Kontrast – aus der wilden Natur in die Marketingblase eines Weltkonzerns.

Gab es eine Art «Schlüsselstelle», an der du schliesslich deinen unbefristeten, gut dotierten Traumjob aufgegeben hast?
Zugegeben, das Loslassen – von Dingen ebenso wie von meiner beruflichen Position – ist mir anfangs schwergefallen. Aber als ich wieder einmal darüber nachgedacht habe, den Beginn unseres Open-End-Trips einige Monate nach hinten zu schieben, um noch ein paar Gehälter oder ein bestimmtes Projekt bei Arc’teryx mitzunehmen, sagte James mit wirklich ernster Miene zu mir: «Kathi, ich befürchte, dass du dein Leben nicht lebst.» Damit hatte er ins Schwarze getroffen. Kurz darauf habe ich meine Kündigung eingereicht.

Wie hat euer Umfeld auf die Entscheidung reagiert?
Gemischt. Mein Chef war erst schockiert, dann begeistert und sehr unterstützend, wie auch meine Freunde und Arbeitskollegen. Wirklich getroffen hat es meinen Vater. Vor allem der gefühlte Verlust von Sicherheit. Ein unbefristeter Arbeitsvertrag mit Renteneinzahlung ist eben eine sehr deutsche Sache. Aber ich habe ihm erklärt, dass ich jetzt gesund bin und jetzt etwas erleben und von der Welt sehen möchte, dass ich nicht alles auf später verschieben und das vielleicht einmal bereuen möchte. Das hat er schliesslich auch verstanden.

Nach welchen Kriterien habt ihr eure Reiseroute geplant?
Es gab schon länger eine Liste an Destinationen und Kletter-Spots, die wir beide immer wieder angepasst haben. Wichtig war mir nur, dass wir nach all den Jahren im Job-Hamsterrad als Erstes ein Ziel ansteuern, wo wir richtig intensiv entspannen können. Unsere Wahl fiel auf Südostasien – warm, reisebudget-schonend, leckeres Essen, freundliche Menschen und viele Möglichkeiten zum Klettern. Zunächst Borneo, dann über Kuala Lumpur nach Chiang Mai in Thailand und von dort weiter nach Thakhek in Laos. Aber wir halten unsere Reiseplanung immer relativ flexibel, unterwegs trifft man so viele Menschen mit tollen Insider-Tipps. Dafür wollen wir spontan und offen sein.

Wo hat es dir bis jetzt am besten gefallen?
Diese Frage stellt mir natürlich jeder – und ich finde es sehr schwer, darauf eine konkrete Antwort zu geben. Wenn ich etwas herausgreifen müsste, wäre es der Himalaya mit seinen riesigen, majestätischen Bergen, deren Energie wirklich spürbar ist. Wenn du frühmorgens aufstehst und auf die Annapurna oder den Makalu blickst, während die Sonne aufgeht, das sind schon ganz besonders schöne und intensive Momente. Oder auch besondere Tierbegegnungen, wie eine Orang- Utan-Mama auf Borneo, die mit Baby und Bananen im Arm, an einem Ast hängend, eine Kokosnuss mit einem Schlag gegen einen Baum zertrümmert hat. Natürlich auch der Genuss unerwarteter Gastfreundschaft und Herzlichkeit, egal, ob in Europa oder Fernost. Rein aufs Klettern bezogen waren bis jetzt Thakhek in Laos, Geyikbayiri in der Türkei, Kyparissi in Griechenland und Ulassai auf Sardinien meine Favoriten.

Wie finanziert ihr eure Reisen?
Ich habe frühzeitig angefangen zu sparen. Wir gestalten unsere Trips wirklich sehr kostenbewusst, schlafen in einfachen Unterkünften oder zelten wild. Wir haben ein Tagesbudget von circa 30 Franken für uns beide, egal, wo auf der Welt wir gerade sind. Für drei Monate Trekking durch Nepal z. B. hat jeder von uns ohne Flugkosten circa 1500 Franken ausgegeben. James ist handwerklich sehr versiert, zwischendurch repariert er z. B. auf Hütten immer wieder Kleinigkeiten, für die wir dann nicht-monetäre Gegenleistungen wie etwa Essen bekommen. So können wir bis heute und sicher noch eine ganze Weile vom Ersparten leben.

Wie haben sich für dich das Verhältnis und die Bedeutung von Zeit und Geld verändert?
Tatsächlich ist es so, dass die Zeit dein oberstes Gut wird. In Deutschland wird die Wertigkeit von Zeit immer in Wirtschaftlichkeit gerechnet  – «Zeit ist Geld». Auf unseren Reisen ist die Zeit selbst so wertvoll, dort hat sie keinen Bezug zu Geld. Klar, ein bisschen Budget brauchen wir natürlich, aber es ist für uns Mittel zum Zweck, steht nicht im Vordergrund. Und der Punkt ist doch: Geld ist eine reproduzierbare Währung – Zeit dagegen nicht. Wir können beide nicht verstehen, wieso so viele Menschen nahezu ihre gesamte Schaffenskraft und Lebenszeit so intensiv dem Thema Geld widmen.

Was hast du durch euren Lebenswandel bis jetzt gelernt?
Dass Loslassen und Verzicht bereichernd sind. Ich habe gelernt, genügsam zu sein und Probleme kreativ zu lösen. Durchs Trampen und Busreisen in exotischen Ländern entwickelst du eine gewisse Flexibilität und Offenheit, denn du weisst nie genau, wann du wo und wie ankommst. Und ich habe gelernt, wie ich wirklich leicht unterwegs sein kann. Für drei Monate Trekking in Nepal wog mein Rucksack für die gesamte Tour gerade mal elf Kilo.

Du hast bei Mammut und Arc’teryx gearbeitet, heute lebst du ein Minimalistenleben – wie wichtig ist dir gute Ausrüstung?
Zugegeben, das ist mir schon wichtig. Wir sind so viel und so intensiv draussen, da trennt sich wirklich die Spreu vom Weizen. Und gerade, wenn du minimalistisch unterwegs bist, ist es eben essenziell, dass die wenigen Teile, die du dabeihast, auch wirklich funktionieren.

Was würdest du Menschen raten, denen vielleicht auch Ausstiegsgedanken durch den Kopf spuken?
Sie sollten ehrlich in sich hineinhorchen, ob sie wirklich aussteigen und reisen wollen, oder ob sie einfach nur mit ihrer aktuellen Lebenssituation unzufrieden sind. Und dann machen – vielleicht ohne allzu naiv zu sein. D. h. Fragen rund um Kosten, Finanzen und Versicherungen schon realistisch angehen. Aber auch die Soft-Variante, wie z. B. ein Sabbatical, könnte für Interessierte ja eine Möglichkeit sein, in den Ausstieg hineinzschnuppern, ohne gleich sämtliche Sicherheiten aufgeben zu müssen.

Wo geht die nächste Reise hin?
Aktuell feilen wir an der weiteren Planung. Im Herbst wollen wir nach Wales, dann vielleicht weiter nach Madrid, wo uns ein Besuch der «Libreria de Montana», eine Buchhandlung mit einem riesigen Fundus an Berg- und Kletterliteratur, reizen würde – natürlich mit anschliessendem Klettertrip. An längeren Touren stehen auf unserer Liste Süd- und Mittelamerika, China, Korea und Japan. Aber das kann sich auch schnell ändern. Zukünftig möchte ich jedoch freiberuflich auf unseren Reisen arbeiten. Kommunikation ist ja im digitalen Zeitalter nicht wirklich ortsgebunden – und ein mobiles Büro am Fuss einer Kletterwand, das könnte ich mir schon gut vorstellen (lacht).

Jetzt bist du 39, wollt ihr irgendwann wieder ein «gesetztes» Leben führen?
Ich denke, dass es schon schön ist, eine Art Heimat zu haben. Die kann aber meiner Meinung nach auch mal fünf Jahre hier und fünf Jahre dort sein. Aber sicher ohne Nine-to- Five-Job im Hamsterrad. Vielleicht finden wir ja auf einer unserer Reisen genau den Ort, an dem wir sagen: «Ja, genau hier möchten wir alt und spiessig werden». (lacht)

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