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Tags: Trailrunning

Eiger Ultra Trail

Jonas Fischle, 25.08.2017

17. Juli 2016 - 02:30 – Gerade bin ich eingeschlafen und der Wecker klingelt bereits sanft neben meinen Ohren. Wenigstens habe ich daran gedacht, die Lautstärke etwas runterzudrehen, so dass ich ihn einen Moment laufen lasse.

Meinen Rucksack habe ich bereits gestern Abend gepackt. Die Kleider sind sauber auf meiner Tasche vorbereitet. Ein Bidon voll Winforce Carbo Basic Plus steht bereit und ich nehme zuerst mal einen Schluck davon. Dann geht’s zum Frühstück. Kaffee, Brot, Müesli. Das eintönige „Brötli mit Honig“ habe ich mir abgewöhnt. Mit etwas Ballaststoffen läuft es sich länger und ich werde ja nicht gleich lossprinten.

In den Shorts und im Kurzarm Shirt merke ich zum ersten Mal heute, wie kalt es draussen ist. Grindelwald liegt leider schon sehr früh im Schatten und es wird auch im Juli nachts unter 10 Grad. Also packe ich meine langen Hosen bereits aus und ändere meinen Plan ein klein wenig. Eigentlich wollte ich eine Stunde vor dem Start bereits fertig sein. Jetzt habe ich eher Lust, diese Zeit hier in der Jugi zu verbringen. 03:30 – Startnummer nochmal prüfen, Pulli anziehen und dann überwinden zum Rausgehen. Noch eine halbe Stunde zum Startschuss. Der Weg ins Dorf ist eiskalt und es schüttelt mich vor Nervosität. Bin ich bereit? Habe ich mich ausreichend vorbereitet und wird mein Plan aufgehen? Am besten nochmals den Sitz des Rucksacks prüfen.

16. Juli 2016. Mit lauter Musik und voll Vorfreude fahre ich entspannt nach Grindelwald. Gerade war ich noch an der Arbeit und konnte mich mit einigen Kunden über den kommenden Event unterhalten. Es freut mich, dass heute alles so rund lief und das Geschäft dank gegenseitigem Erfahrungsaustausch gut funktionierte. Ich konnte früher los und bin jetzt erholt am Einchecken. Noch eine kleine Runde durchs lichtdurchflutete Dorf spazieren – wir haben Glück mit dem Wetter. Ausser dass etwas Schnee auf der Strecke liegt, meint es Petrus dieses Jahr gut mit uns. Es ist meine erste Teilnahme am Eiger Ultra Trail und ich präge mir den Zielbereich genau ein. Erste Emotionen kochen bereits und ich freue mich jetzt schon, diese Rampe, welche mich die letzten hundert Meter ins Ziel führt, in 26 Stunden wieder zu sehen.

17. Juli – 04:00 Uhr. Startschuss. In der Dunkelheit geht’s los. Ich habe mir fest vorgenommen, die Strecke in 20km Etappen einzuteilen und sie danach zu beurteilen. „Die ersten 20, die zweiten 20“, und so weiter. 20 Kilometer sind in Trailrunning Kilometern eine gute Distanz zum Einteilen und man muss sie nur 5 Mal laufen. Eine bessere Motivation, dachte ich mir, als 10 mal 10 Kilometer. Es geht also stetig leicht bergauf. Zuerst eine breite Asphaltstrasse, wo noch etwas Gerangel vorherrscht, wie üblich. Bis die ersten zum ersten Mal ausser Atem sind, dauert es jedoch nicht lange und das generelle Tempo nimmt ein wenig ab. Spätestens nach dem Anstehen vor dem ersten Singletrail ist jeder in seinem Tempo unterwegs und das Gefühl Spannung, Abenteuer und Erlebnis wird wieder stärker. Bei der Grossen Scheidegg ist der erste lange Aufstieg gemeistert und es bleiben noch 5800hm, welche ab jetzt auch hauptsächlich bei Tageslicht absolviert werden.

Hier oben steht tatsächlich ein kleiner Verpflegungsposten. Es werden Riegel nachgefüllt und kurz innegehalten um einen Blick zurück nach Grindelwald auf die Läuferschar zu erhaschen und die aufgehende Sonne zu geniessen.

Auf der ersten Downhill Passage vor der Verpflegungsstation First fängt der eigentliche Horror der E101 Strecke an. Die Abstiege sind mörderisch steil und zu grossen Teilen asphaltiert. In meinen Gedanken dreht sich alles um eine Frage: „Wie zur Hölle konnten die bei dieser Steigung mit den Walzen drüber fahren?“

Doch auf der First war das schon wieder vergessen. Ich bin dem Plan ein wenig voraus und die Verpflegungsstation bietet Riegel und ausreichend Getränke an. Ich verstaue meine Armlinge, packe nun die Stöcke aus und freue mich auf die nun folgenden Kilometer aufs Faulhorn. Der Weg schlängelt sich durch imposante Landschaften und die Läufer vom E51 kommen vorbeigeschossen. Auf den zweiten 20 Kilometern kommt dann aber der Schnee dazu und je mehr ich mich dem Faulhorn nähere, umso langsamer komme ich voran. In den letzten Kilometern habe ich gar das Gefühl, der Gipfel bewegt sich mit jedem Schritt wieder weiter weg von mir. So vergeht viel mehr Zeit, als ich eigentlich eingeplant hatte. Auch die Verpflegung ist oben sehr knapp, so dass ich mich nach einem Schluck Cola schnellstmöglich auf den Weg zur Schnynige Platte mache. Auf den rund 10km Singletrail, die eigentlich extrem schön und flowig sein sollten, da ausnahmsweise nicht steil bergab, versinken wir immer wieder knietief im Schnee und kommen so kaum vorwärts. Auf den rutschigen Treppen ist Vorsicht und Konzentration gefragt. Was eigentlich in einer Stunde erledigt gewesen wäre, dauert schlussendlich geschlagene zweieinhalb Stunden und so bin ich dann ganz froh, als ich beim Treffpunkt Schynige Platte kurz anhalten und trockene Socken anziehen kann.

In Burglauenen angekommen, schmerzen meine Knie von den langen steilen Downhills und ich bin froh um die lange Pause mit Pasta und wechsel zu trockenen Schuhen.

30 Minuten Relaxen. Das ist der Plan. Dann munter weiter, wieder einlaufen und auf den Trails nochmals etwas Tempo machen. In stetem Rhythmus die Umwelteindrücke aufnehmen. Über 50km sind hinter mir, die Sonne fühlt sich warm auf meiner Haut an und das feuchte Shirt kühlt meinen Oberkörper.

Weit vor mir sehe ich zwei Läufer – immer wieder springend um danach einige Meter zu Marschieren. Offenbar scheinen sie mehr Mühe zu haben, nach der Pause den Rhythmus zu finden, als ich. Nach 2-3 Kilometern springe ich wieder flüssig in meinem gemächlichen Tempo und hole die beiden Läufer schon bald ein. Nach einer langen Passage durch Wälder und in einer halben Trance lege ich die nächsten Kilometer nach Wengen zurück und freue mich, unter jubelnden Zuschauern in die Supporter-Zone einzulaufen. Hier wird mein Trinkbeutel nachgefüllt, ich kontrolliere nochmals meine Verpflegung und dann geht’s weiter. Vor diesem Abschnitt fürchtete ich mich am meisten – daher gehe ich ihn so zügig und so gleichmässig wie nur möglich durch. Der Aufstieg von Wengen nach Männlichen ist steil, schmal und ausgesetzt. Nach etlichen Stufen und Serpentinen ist mein Puls am Anschlag – doch in der Ferne höre ich bereits geklatsche und weiss, dass der Gipfel fast erreicht und damit der längste Anstieg gemeistert ist. – Und tatsächlich war dies mein schnellster Abschnitt auf den gesamten 101 Kilometern. Die nächsten Kilometer zur kleinen Scheidegg gehen unbeschwerlich weiter. Erst als es auf der Skipiste steil bergab geht, kommen wieder die Gedanken zum Thema Aufgabe auf. Alles, was mich weitermachen lässt, ist die Hoffnung, dass der nächste Abschnitt bergab etwas sanfter würde. Gequält komme ich an der kleinen Scheidegg an und lasse mich auf eine längere Pause ein. Etwas Massage und Kühlung für die Knie, die schon bald durchzubrechen drohen. Dies ist der Moment des Einbruchs. Zuerst laufe ich wieder los, steil bergab und nicht wie erwartet sanft aufwärts. Nein, wir müssen nochmals runter, bevor es auf der Moräne vom Eigergletscher wieder hinauf zum Hotel Scheidegg geht. Die Moräne wirkt endlos. Auf der Karte sah der Abschnitt kurz aus – und doch zieht es sich endlos weiter. Immer geradeaus. Immer steiler hinauf. Und das Hotel ist kaum in Sichtweite. Irgendwie schaffe ich es bis zur Ebene. Oben angekommen suche ich vergebens nach einem Verpflegungsposten. Also schütte ich in meine mit Cola gefüllten Bidons jeweils einen Booster, nehme ein Gel zu mir, um den Zuckerspiegel in die Höhe zu schiessen und suche meine Kopfhörer hervor. – Jetzt brauche ich jedes einzelne Korn der Motivation, um hier nicht abzusitzen und dem ganzen ein Ende zu bereiten. Mit alten Hits im Ohr, einem erhöhten Koffeinpegel und dem Blutzuckergehalt eines 12jährigen an Ostern, schiesst plötzlich eine Ladung Adrenalin durch meinen Körper und der Puls steigt wieder an. Die schöne Landschaft – das Tal strahlt im Sonnenuntergang und die Eiger Nordwand leuchtet golden, während der Trail vor mir sandig und mit grossen runden Steinen gespickt auf mich wartet – heizen die Stimmung noch mehr ein und ich erwache aus meinem Tiefpunkt. Der letzte Anstieg – von Grindelwald ein letztes Mal hinauf zur Pfingstegg – liegt nun unmittelbar vor mir. Die Stirnlampe pflügt einen Weg durch die Dunkelheit und vor mir erkenne ich nur einzelne Unebenheiten und Stufen. Ein Ende des Weges oder eine Station ist nicht auszumachen. Ich befinde mich auch völlig ausser Sichtweite von anderen Läufern. Das Adrenalin schwindet langsam wieder und auch das Koffein hat seine Wirkung verloren. Und hier, am letzten Anstieg motiviert mich, dass oben an der Station der Pfingsteggbahn meine Freundin auf mich wartet. Sie ist nur deswegen nach der Arbeit nach Grindelwald gereist und ich kann es nicht erwarten, sie nun endlich zu sehen. Dann ein grosser Scheinwerfer. Das muss es sein. Am Verpflegungsposten setze ich mich hin – Bouillon füllt den Salzspeicher etwas nach und wärmt. Vielleicht wartet sie im Restaurant – ich setze mich kurz und schreibe eine SMS. Keine Spur von ihr. Hier habe ich den dümmsten Fehler auf dem ganzen Lauf gemacht. Offensichtlich sitze ich nicht am Verpfelgungsposten vom Faulhorn, sondern erst am Berggasthaus Marmorbruch. Bis oben sind es noch 400 Höhenmeter. Die Frustration ist gross und ich versuche, so schnell wie möglich da rauf zu kommen. Endlich oben, kann ich nicht lange verweilen. Ich möchte das Ding nur noch nach Hause bringen. Also kurz ein Schluck Bouillon, dann wird mir schlecht und kalt. Ich muss weiter. Danke Sandra, aber wir sehen uns dann unten so richtig. Dieser letzte Abstieg verlangt mir nochmal alles ab. Ich höre nicht mehr auf meine Schmerzen. Ich bin so müde, dass ich nur noch das wohlige Gefühl meiner Armlinge spüre und zwischendurch einfach die Augen schliesse. Der Akku meines Handys – und auch meiner Uhr – hat mittlerweile den Geist aufgegeben. Totale Stille und die nächtlichen Geräusche des Waldes begleiten mich auf dem Weg nach Grindelwald. Die Stimmung im Dorf hat schon lange nachgelassen. Die meisten Läufer sind im Ziel oder haben unter den Strapazen des Laufs aufgegeben. Die wenigen Menschen am Streckenrand sind die Supporter, welche auf ihre Läufer warten und sie sehen mich genauso erwartungsvoll an, wie ich sie. Endlich der letzte Kilometer – ich drücke nochmal alles aus meinen Beinen, denn ich möchte nur noch fertig sein.

Und als ich gerade über die Zeitmessung laufe, zeigt die Uhr 19 Stunden und 25 Minuten an – ich habe es also noch unter 20 Stunden geschafft. Meine Beine tragen mich nicht mehr. Ich Schaffe es noch im letzten Flow zu einem Liegestuhl und schlafe fast ein. Sandra kommt mit einer Wolldecke, ich bitte sie, mein Auto zu holen. In der Nacht wusste ich nicht, wie ich mich hinlegen sollte, so sehr schmerzten meine Knie von den steilen Downhills. Nie wieder würde ich diesen Lauf bestreiten. Und doch ist meine Sehnsucht danach gross. Die Erinnerungen sind unbezahlbar.

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