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Tags: Skitour, Reisebericht

Haglöfs - Ski & Sail «Wyvern af Aalesund»

NADINE FANKHAUSER, 29.04.2019

Es gibt wenig, das ich lieber tun würde als an einem Montagmorgen in den Flieger zu steigen und dem regnerischen, kalten Zürich zu entfliehen. In Ålesund, einer mittelgrossen Hafenstadt, welche nach einem Brand komplett im Jugendstil wiedererrichtet wurde, begrüsste uns die norwegische Frühlingssonne. Hier startete unser “Ski & Sail”-Abenteuer mit Haglöfs, zu welchem Bächli Bergsport zwei Plätze vergeben durfte.

Um 19:00 hiess es “Leinen los!” und wir tuckerten raus aufs Meer, rein in den Hjørundfjord. Was diesen Ort so speziell macht sind die Berge, die hier auf das Meer treffen. Man könnte also, hätte es noch etwas mehr Schnee, vom Meerespiegel bis auf den Gipfel steigen. Eine einfache Rechnung zu den zurückgelegten Höhenmetern.

Die Crew für dieses Abenteuer waren Pierre und Julien, zwei französische Fotografen respektive Videografen, Lukas, ein deutscher Geographe, Laura, eine Outdoor Influencerin von Garmisch, Hauke und Dorien, ein holländisches Ehepaar, Markus, ein Schweizer Grafiker, Fotograf und Outdoorliebhaber, und ich, Nadine. Schon vor Ort waren Thomas, der junge norwegische Kapitän und Anders, ein grosser Schwede mit langem, blondem Haar, Mitarbeiter von Haglöfs.

Besonders entspannt war der Start der Reise nicht - zumindest für Anders, Thomas und mich nicht, da mein Gepäck noch nicht eingetroffen war. Die Frage, mit der wir uns auseinandersetzen mussten, war: Wie bekommt man seine Skier von der Fluggesellschaft geliefert, wenn man auf einem Segelboot ist, das bereits abgelegt hat? Einige Stunden später konnte man sehen, wie unser Boot um elf Uhr nachts in eine dunkle Bucht einbog. Unter der einzigen Strassenlaterne bewegte sich plötzlich etwas: Ein Mann stieg aus dem Auto, nahm eine schwarze, längliche Tasche aus dem Kofferraum und bewegte sich langsam auf dem Steg nach vorne. Wie in einem Bond-Film näherte sich unser 24m langer Zweimaster dem Ufer, bis wir nahe genug waren, dass die menschengrosse Tasche auf das Boot geworfen werden konnte. Glücklicherweise war meine Skitourenausrüstung gerade noch rechtzeitig für den ersten Tourentag angekommen.

Erster Halt: Trandal

Am Dienstag erwachten wir in Trandal, einem kleinen Ort mit knapp zehn Einwohnern. Ein spannender Ausgangspunkt für Skitourengänger wie uns sowie für Fototouristen, da die Schaukel mit Blick auf die Berge in den letzten Jahren an Popularität in den sozialen Medien gewonnen hat. Nach dem Frühstück, zu dem es den bekannten “brunost” gab, ein norwegischer Molkenkäse, der für mich als Schweizerin eher die Konsistenz eines sandigen Stück Plastiks hatte, lernten wir unsere zwei Guides kennen: Gustaf und David, zwei aufgestellte junge Schweden. Da es vor zwei Wochen das letzte Mal geschneit hatte, lag der Schnee erst auf ungefähr 300 Meter über Meer.

Den ersten Tag nahmen wir sachte in Angriff. Ein netter Herr fuhr uns mit seinem Anhänger bis zur Schneegrenze. Kurz nach dem Start der Tour machten wir ein klassisches Lawinensuch- und Schaufeltraining. Danach ging es weiter auf den Rücken zwischen Tårnet und Storvasstinden. Was für eine Aussicht - bis nach Ålesund! Die Abfahrt war wundervoll, alles, was man von Norwegen erwarten könnte. Perfekter Frühlingssulz mit Blick auf den Fjord und die Sunnmøre-Alpen. Unterwegs machten wir einen kleinen Zwischenhalt. Bei den Norwegern ist es Tradition, eine Orange auf einer Schneebank zu geniessen. Eine gute Alternative zum Gipfelschnaps.

Zurück beim Boot wagten sich einige von uns auf einen Sprung in den kalten Fjord. Nach dem Ausruhen in der Sonne gab es “Bacalao”, ein typisch norwegisches Fischgericht mit Tomatenmark, Kartoffeln und Klippfisch. Gutes Essen, spannende Gespräche, Sonnenuntergang - für alles war gesorgt.

Am zweiten Tag starteten wir vom selben Ausgangspunkt. Das Ziel jedoch war ein anderes. Heute bestiegen wir unseren ersten Gipfel: Blåbretinden. Von den 1476 Metern hat man ein wunderschönes Panorama, mit Blicken von Bergen über Fjorde bis hin zum Meer. Zurück im Tal warteten wir auf unseren Taxifreund, der uns zum Boot zurückbringen würde. Währenddessen konnte man sich auf ein Bad im geschmolzenen Schnee, der in die Fjorde läuft, einlassen oder einfach im Gras liegen und die Sonne geniessen.

Trandal nach Urke

Vor dem Abendessen fuhren wir mit dem Schiff nach Urke, einem Dorf am Norangsfjord, einem Arm des Hjørundfjordes. Von hier aus gingen wir am Donnerstag auf unsere längste Mission. Das Ziel war der Kvitegga, welcher mit seinen 1717 m der höchste Berg der Sunnmøre Alpen ist. Begonnen hat der Spass mit einem Waldanstieg entlang eines Bachs. Zuerst zu Fuss, dann auf Skiern. Wer bis jetzt noch keine Spitzkehren konnte, hatte es spätestens hier gelernt. Nach einem zunächst steilen und heissen Aufstieg wurde der Berg immer flacher und der Wind stärker. Man hatte schon fast das Gefühl, man wäre auf einer Arktisexpedition, bei der man richtig gegen den Wind anzukämpfen hatte. Demnach verweilten wir auch nicht allzu lange auf dem Gipfel, von dem aus man das Meer sehen konnte. Der Weg nach unten war so wechselhaft wie das Wetter - von Eis über Treibschnee bis hin zum perfekten Sulz. Trotz einem kleinen Zwischenfall, bei dem ein Ski von Dorien in einem Gleitriss verloren ging, haben wir es alle, ob auf Skiern oder zu Fuss, heil nach unten geschafft. Auf dem Rückweg machten wir Halt im Union Hotel in Øye, in welchem seit 1891 viele namhafte Personen und Königsfamilien zu Gast waren. Man munkelt, hier gäbe es Geister.

Urke nach Sæbø

Am vierten Tag erwachten wir in Sæbø, am Radfjord - das grösste Dorf, das wir in dieser Woche besuchten. Hier waren wir mit Abstand nicht mehr die einzigen Touristen. Da in Norwegen immer noch sehr viele Christen sind, sind die Ostertage hier besonders wichtig. Der Hafen hat mit den zwanzig Motor- und Segelyachten seine maximale Kapazität erreicht. Viele grillten auf dem Steg, Kinder rannten herum - es herrschte Feststimmung. Auch das Wetter spielte mit, am Freitag war wohl einer der wärmsten Tage. “This would be a perfect summer day for us”, bestätigte uns Gustaf. Leider aber war die Nacht zu warm, weshalb wir auf der Tour mit unserer 12-köpfigen Gruppe frühzeitig umkehrten. Der Schnee war zu weich und die Gefahr, eine Nassschneelawine auszulösen, zu gross. Als wir auf dem Weg zurück zum Dorf waren, kamen uns etliche Norweger und Norwegerinnen in - man könnte fast meinen - Unterwäsche entgegen. Das sei hier für Wanderer und Skitourengänger Tradition.

Irgendwie schien dieser Trip nicht nur ums Skitouren zu gehen, sondern vielmehr auch um die kulturelle Erfahrung. Der norwegische Kapitän und die schwedischen Guides taten alles, um uns die “norsk erfaring” zu geben. Da wir schon kurz nach dem Mittag zurück beim Boot waren, genossen wir die Hafensauna, von dessen Steg man direkt ins kühle Salzwasser springen konnte, wie das die Norweger halt so tun. Des Weiteren lernten wir beim Abendessen, dass die Bergszene auch ein Verkupplungsmarkt ist. Verschiedene Mützen, verschiedene Bedeutungen. Eine rote Mütze heisst “verheiratet”, eine gelbe es sei “kompliziert” und die grüne zeigt allen, dass man noch zu haben ist.

Endspurt und Abschiednehmen

Unsere letzte Tour zogen wir durch wie im Nu. Ein kurzer Stopp für die Aussicht, ansonsten ohne Halt auf den Skårasalen (1542m). Die Aussicht war wieder einmal prächtig. Nach einem Eintrag ins Gipfelbuch machten wir uns bereit für die letzte Abfahrt. Im unteren Teil waren Spass und Vorsicht zugleich angesagt: Büsche, die zu Bäumen werden, Sulz, der immer rarer wird, Steine und Wurzeln, die den Weg erschweren, sowie ein nur teils bedecktes Flussbett. Was für ein Abenteuer das war - die ganze Woche! Fremde wurden zu Freunden und es fühlte sich so an, als wären wir schon seit einem Monat gemeinsam unterwegs. Erlebnisse wie diese schweissen zusammen, Erinnerungen wie diese bleiben für immer.

Unser Kapitän und die beiden Guides behaupteten, dass die norwegischen Erdbeeren die besten seien. Es gibt nur eine Möglichkeit dies herauszufinden: Zwischen Juni und August in die Sunnmøre Alpen auf «jordbær» -Wandertour zu gehen! Achtung: Mütze in der richtigen Farbe nicht vergessen!

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