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Tags: Trailrunning, Tourentipp

Laufschritt über Dinosaurierspuren

KIM STROM, 07.09.2017

Wir hängen noch ein paar Runden im Gegenuhrzeigersinn an die ursprünglich geplante Route. In etwa so, wie wenn man eine Uhr und somit die Zeit zurückdreht. Und genau so fühlt es sich auch an: Der Weg führt uns durch stille und weitgehend verkehrsfreie Weiler und Dörfer. Man fühlt sich in eine längst vergangene Zeit zurückversetzt – auf den Spuren von Dinosauriern, oder einfach in einer Märchenwelt. Wir laufen durch einen schattigen, kühlen Wald. Das Terrain ist bisweilen so steil, dass wir auf dem moosigen Pfad die Hände zu Hilfe nehmen, um schliesslich wieder auf die offene Weide zu gelangen. Der vertraute Klang von Kuhglocken lockt uns weiter in die Höhe, bis wir schliesslich den feuchten Wald hinter uns lassen. Vor uns breiten sich grüne, mit Wildblumen übersäte Weiden aus, der Himmel wirkt grenzenlos. Der Weg wechselt häufig zwischen Wald und Krete: Mal laufen wir im Wald unter grünem Blätterdach, dann wieder auf dem Grat und schauen auf die Baumkronen hinunter.

Mit leichtem Gepäck lässt es sich leichtfüssig laufen.

UNBEKANNTER FERNWANDERWEG
Wir folgen den grünen Wegweisern mit der grossen, weissen Fünf in der Mitte – diese markieren den 310 Kilometer langen Fernwanderweg, der Dielsdorf mit Nyon verbindet und damit quasi vor den Toren der zwei grössten Schweizer Städte endet. Mehr als die Hälfte des Jura- Höhenweges schlängelt sich durch französischsprachige Kantone der Schweiz. Unser Lauf beginnt in Val-de-Ruz und endet in Chambrelien, am Ende der von einem Gletscher einst tief ausgekerbten Areuse-Schlucht. Entlang der Route erwarten uns einige Höhepunkte – auch im Wortsinn. So zum Beispiel der im ganzen Mittelland sichtbare markante Sendeturm auf dem Chasseral, der mit seinen 1607 Metern den höchsten Punkt des Berner Juras markiert. Von Natur aus spektakulär ist der Creux du Van. Das natürliche Amphitheater aus Kalkstein ist einer der eindrücklichsten und meist besuchten Orte des Juras. Doch den besonderen Reiz dieser Mittelsektion des Jura-Höhenweges machen vor allem die Ruhe und die Abgeschiedenheit aus. Der sich scheinbar endlos dahinschlängelnde Weg durch diese grüne Traumwelt bildet eine ideale Kulisse für unseren dreitägigen Lauf.

Entschleunigung als Abendprogramm – im Jura ist der Alltag schnell vergessen.

TRADITIONSREICHE ALPWIRTSCHAFTEN
Die Schlaufe zum Chasseral führt uns an ein paar Alpwirtschaften vorbei, die sogenannten Métairies. Die Versuchung, dort zu verweilen, ist gross, doch wir laufen weiter. Wir winken dem 120 Meter hohen Sendeturm kurz zu und laufen nun talwärts über wellig abfallende Wiesen voller Löwenzahn, vorbei an dicht mit Enzian bewachsenen Stellen. Bald geht es aber wieder aufwärts und wir haben freie Sicht auf den Bielersee, als wir den Grat beim Col de la Vue des Alpes – ein rege genutzter Picknickplatz, an dem Schokolade und Aprikosen verkauft werden – erreichen. Wir laufen den breiten, grasbewachsenen Grat entlang, vorbei an Tête-de-Ran, Pouet Carre, Grandes Pradières-Dessus und Mont Racine. Dabei werden wir von kurzen, aber heftigen Regenschauern verfolgt und suchen schliesslich Schutz unter dem pyramidenförmigen Dach eines Vermessungspunktes. Die Regenwolken bewegen sich nur langsam, und so weichen wir ihnen aus, indem wir auf der Nordseite des Grats nach Grande Sagneule und La Tourne hinunterlaufen. Dabei kommen wir an Bauernhöfen und Vieh vorbei, das unterwegs zu den höher gelegenen Sommerweiden ist. Wir verbringen die Nacht im L’Aubier, einem Öko-Hotel in Montezillon – ein sehr lohnenswerter Abstecher. Das leckere Abendessen und die hausgemachten Desserts versüssen uns den Tagesabschluss. Der vertraute Klang von Kuhglocken lockt uns weiter in die Höhe. Mit dem Bus fahren wir zurück zum Col de la Tourne, wo wir unseren Lauf fortsetzen. Erst führt uns der Weg an weidenden Kühen vorbei, dann tauchen wir wieder in den Wald ein. Der weiche Boden des Weges federt unsere Schritte ab. Der Weg schlängelt sich zwischen flechtenbewachsenen hohen Bäumen hindurch. Nur wenige Sonnenstrahlen erreichen durch das dichte Blätterdach den Waldboden. Vogelgezwitscher bildet einen angenehmen Klangteppich. Ab und zu machen wir einen kurzen Abstecher zu einem der zahlreichen Felsenvorsprünge, um einen Blick auf die in der Ferne liegenden Alpen zu erhaschen. Der ebene Weg verlangt keine besondere Aufmerksamkeit und so können wir unsere Umgebung verstärkt wahrnehmen: die kühle Feuchte des Waldes, die kalten Berührungen von Farnwedeln, die in den Weg hineinragen, den Geruch von Zwiebeln und Tannen. Im «Auto-Pilot-Modus» laufen wir, jeder hängt seinen eigenen Gedanken nach.

JURA FLASHBACK
Meine Gedanken wandern zurück zu meinen ersten Trail-Running-Abenteuern im Jura, zurück zu Nebel und Dunst, Pilzen, Gämsen und Wildschweinen. Während einer Wanderung vernahm ich damals den Ruf des Waldes, der mich schneller und weiter in den Wald hineinlockte, weiter den Pfaden entlang. Meine Füsse lernten, über feuchte Steine hinwegzuhuschen, das Unsichtbare verfolgend erst steile, felsdurchsetzte Hänge hinauf und dann wieder über wurzelbewachsene Hänge hinunter. Das Laufen auf dem heutigen Weg fühlt sich vertraut an, obwohl ich diesen Weg noch nie vorher gelaufen bin. Der synchronisierte Rhythmus der Schritte zieht mich voran. Und ich stelle mir lauernde Luchse vor, die uns beim Vorbeiziehen beobachten. Wir laufen hinunter nach Noiraigue, durchs Dorf hindurch und am Gegenhang aufwärts bis Les Oeuillons. Anfangs laufen wir auf einer steilen, breiten Strasse, später auf dem «Sentier des 14 Contours», der im Zickzack hinauf zum Creux du Van führt.

ATEMBERAUBENDER CREUX DU VAN
Eine krumme Steinmauer verläuft parallel zum Abgrund. Wir laufen vorsichtig zwischen dieser Schranke und dem tiefen Abgrund des natürlichen Amphitheaters entlang. Den Nachmittag verbringen wir am Rand des Creux du Van und zählen die Linien im Kalkstein, die an die Wachstumsringe eines Baumes erinnern. Ein halbes Dutzend Steinböcke ruht sich ebenfalls in unserer Nähe aus. Später kreuzen wir zwischen Grenzsteinen hin und her, die die Hoheitsgebiete der Kantone Neuenburg und Waadt markieren. Ein kurzer Regenguss treibt uns ins Le Soliat, ein Restaurant und Landwirtschaftsbetrieb unweit des Aussichtspunkts. Mehrere Wanderer und Tagestouristen haben sich hier versammelt, geniessen in fröhlicher Runde Fleischplatten und etwas Wein. Uns zieht es weiter – entlang des Felsabgrunds zum Sentier du Single. Der Lauf talwärts zum Berggasthof Ferme Robert, der 1750 erbaut wurde, ist oft sehr steil und rutschig. Wir überqueren die Areuse zurück nach Noiraigue. Zwei Zughaltestellen weiter kommen wir in Couvet an, wo wir beim Abendessen die während des Laufes verlorene Flüssigkeit wieder zuführen: Bier von der Brasserie des Franches Montagnes (BFM) und Absinth-Sprudel – die grüne Fee aus dem Val de Travers weckt unsere Lebensgeister wieder.

Aussichtsreich: An schönen Tagen sucht das Panorama über Juraketten, Seen und die entfernten Alpen seinesgleichen.

ZIELSPRINT DURCH DIE SCHLUCHT
Von Noiraigue aus durchstreifen wir eine dunkle, von Gletschern ausgefurchte Schlucht. Wir überqueren die Sautde- Brot-Brücke und laufen nun der Areuse entlang, deren Wasser das Grün des Mooses und der sich an der steilen Felswand ankrallenden Bäume reflektiert. Graureiher patrouillieren den Fluss wie Pterosaurier aus längst vergangenen Zeiten. Während wir den Fluss über mehrere schmale Brücken immer wieder überqueren, kommen wir an auf Holztischen ausgestellten Fossilien vorbei. Auf dieser relativ flachen Etappe gibt es nur einen kurzen Anstieg zur SBB-Station in Chambrelien, von wo aus wir nochmals freie Sicht auf den Neuenburgersee geniessen. Die grüne Fee aus dem Val de Travers weckt unsere Lebensgeister wieder. Wir sitzen im Zug zurück zu unserem Ausgangspunkt in Biel. Die drei Tage sind wie im Flug vergangen. Es war nicht immer einfach, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem Drang nach Bewegung und dem Verlangen, die üppige Natur und die spektakulären Aussichten über das Drei-Seen-Land und die Alpen zu geniessen. Aber wir sind uns sicher, dass es ein Wiedersehen geben wird im Jura. Jetzt, da wir diesen wenig beachteten Gebirgszug für uns entdeckt haben.

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