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Tags: Wissen, Wandern / Trekking, Reisebericht, Tourentipp

Lauterbrunnental - versteckter Winkel

IRIS KÜRSCHNER, 03.06.2018

Beim ersten Donnern geht der Blick zum strahlend blauen Himmel. Erst das zweite Donnern rückt die Ursache ins Bild: Mit Wucht sucht sich an der Gletscherflanke vis-à-vis eine Lawine ihren Weg über fast lotrechte Wände. Was manch einem Gast des Berghotels Obersteinberg den Kuchenbissen im Hals stecken bleiben lässt, ist hier im Hinteren Lauterbrunnental ganz alltäglich. Vor allem im Frühsommer, wenn unzählige Silberfäden das Gelände durchziehen: angeschwollene Bäche, die als Wasserfälle über Felsen schiessen und dem Tal seinen Namen gaben. Die Natur ist hier ganz nah: Vor der Hütte lümmeln Murmeltiere, gleich unter der Terrasse treffen sich abends manchmal Steinböcke.

Seit über hundert Jahren gehört die Alp Obersteinberg der Familie von Allmen. 1989 übernahmen die Geschwister Dori, Hugo und Hans-Christen den Gastbetrieb von ihren Eltern. In den Zimmern duftet es nach Holz, durch die Fenster strahlen weisse Drei- und Viertausender auf dicke Federbetten. Die Kerzen auf den Nachttischchen und die Waschschüsseln auf der Kommode sind keine Dekoration. Es gibt hier weder Strom noch fliessend Wasser. «Heute nennt man das nostalgisch», sagt Dori und schmunzelt. Die Sommermonate auf der Alp bedeuten für die Geschwister viel Aufwand. Dori etwa benutzt zum Waschen eine Wassermotor- Maschine von 1930. Hans-Christen versorgt die Kühe, macht aus frischer Milch Butter, Rahm und Käse. Nur Hugo, der sich einst mit seiner Mulidame Fiona um den Lebensmittel- und Getränketransport kümmerte, ist nicht mehr. Vielleicht schaut er jetzt von oben runter und freut sich, dass einer seiner Cousins immer wieder für Frischkost ins Tal hinuntereilt, um sie dann auf steilem Pfad 870 Höhenmeter hinaufzuschleppen. Denn eine Zufahrtsstrasse gibt es nicht. Stechelberg, das letzte Dorf im Lauterbrunnental, ist Endstation der Postautolinie wie auch aller öffentlich zugänglichen Strassen.

Der Staubbachfall, von Goethe mit seinem Gedicht «Gesang der Geister über den Wassern» literarisch verewigt:

Strömt von der hohen,
Steilen Felswand,
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich,
In Wolkenwellen,
Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen,
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend,
Zur Tiefe nieder.

DIE MAGIE DES BERGFRÜHLINGS
Mit heute rund 2,5 Millionen Übernachtungen pro Jahr gehört die Jungfrauregion zu den gefragtesten Urlaubszielen der Schweiz. Doch bekanntlich werden von der Masse nur die Klassiker abgeklappert. Schon 1859 muss das ähnlich gewesen sein, als sich am 9. August der St. Galler Alpenpionier Weilenmann ins Hintere Lauterbrunnental aufmachte, flüchtend vor der «Zudringlichkeit der Wegelagerer, in Gestalt von Führern und Sesselträgern, Erd- und Himbeerverkäufern, Alphornbläsern und Echoerweckern, Marqueurs de bâtons, Schnitzereien- und ‹Souvenirs du Staubbach›-Händlern». Dann aber «überrascht es angenehm, wenn er, kaum das Dorf und den Staubbach im Rücken, sich unversehens von der hehren Stille eines unentweihten Alpenthales umgeben sieht.» Und weil das Hintere Lauterbrunnental mit ins UNESCO-Welterbe aufgenommen wurde, wird das auch so bleiben. Das Tal der 72 Wasserfälle, von Goethe poetisch verewigt, zeigt seine besondere Magie im Bergfrühling. Mächtig donnern dann die Holdri- und Schmadribachfälle. Kraftorte, an denen man nicht selten ganz alleine steht. Nur zu Fuss erreichbare Berghotels sind Garant für eine nostalgische Übernachtung. Obersteinberg, das höchstgelegene, hat sich als Kerzenhotel einen Namen gemacht. Auch Weilenmann genoss diese Herberge, wo «gegenüber schauerlich wild, in nackten Felsflanken die Jungfrau sich thürmt». Dieser Blick begleitet auch hinauf zum Oberhornsee. Ein türkisblaues Juwel, das zum Reinspringen verführt, wie Gott einen geschaffen hat. Wäre das glasklare Wasser nur nicht so kalt. Aber egal. Es härtet ab und danach fühlt man sich wie neugeboren. Eine weite Rundhöckerlandschaft breitet sich hier im Quellgebiet der Weissen Lütschine aus, umstellt von mächtigen Gletscherbergen. Zwischen dem Lauterbrunner Breithorn und dem Tschingelhorn fällt der Blick auf die Wetterlücke. Ende des 13. Jahrhunderts sollen Lötscher dort herübergewandert sein, um sich neue Siedlungsräume zu suchen. Sie gründeten Ammerten, Trachsellauenen, Sichellauenen, Gimmelwald und Mürren. Nur Gimmelwald und Mürren haben als ehemalige Walsersiedlungen überlebt. Auch sprachliche Eigenarten in der Lauterbrunner Mundart weisen auf die Verwandtschaft mit den Wallisern hin. Begriffe wie «Ggufer» für loses Gestein oder «Griiffli» für Preiselbeeren sind auf beiden Seiten gebräuchlich.

Gletscherbäche gurgeln durch leuchtende Blumenmatten, Moränenwälle aller Grössen und Formen ziehen von den Gebirgsflanken herunter. Dazwischen verstecken sich zahlreiche Flachmoore, die im Hochsommer von einem weissen Wollgras-Meer umgarnt werden. Vielleicht trifft man auf Andreas Wipf, der zwischen den gletschergeschliffenen Wannen und Kuppen oft herumstromert. Dazwischen schlängelt sich ein Pfad zur Schmadrihütte. Eine Selbstversorgerhütte, in die sich der Geograf gerne einquartiert, um seine Studien zu intensivieren. «Durch Erosion sind hier ältere geologische Einheiten wie durch ein Fenster aufgeschlossen und lassen einen Blick in den Aufbau der Alpen zu», begeistert er sich. Das Zusammentreffen von kristallinen und kalkreichen Gesteinen bringe zudem eine ungeheure Vielfalt in der alpinen Flora hervor. Blaugras, Alpen-Akelei, Strauss-Glockenblume, Alpen-Aster und Edelweiss lieben den Kalk am Obersteinberg und an den Hängen des Spitzhorns. In den Vorfeldern von Tschingel-, Wetterlücken-, Breithornund den beiden Schmadrigletschern gedeihen neben Moosen Pionierpflanzen wie Fleischers Weidenröschen, Schild-Ampfer und Kleearten. Natürlich kennt er auch die Plätze von Frauenschuh-Orchideen.

GLETSCHERDRAMA
Sein besonderes Interesse gilt den Gletschern. Nirgends könne man die Gletscherschwankungen der Nacheiszeit so gut studieren wie hier, betont Wipf. Anhand der markanten Moränenwälle lässt sich der Gletscherhochstand von 1850 genau rekonstruieren. Für das Schweizerische Gletscherinventar und bei der Inventarisierung der Gletschervorfelder und alpinen Schwemmebenen von nationaler Bedeutung war Wipf für das Hintere Lauterbrunnental zuständig. Mehr als zwei Kilometer Länge verlor der Tschingelgletscher. Die einst zusammenhängende Eisfläche des Gebirgskessels schrumpfte zu fünf Gletschern, die immer kleiner werden. Wehmut schwingt da mit, weil der Klimawandel eben doch rascher voranschreitet als bisher in der Zeitgeschichte üblich. «Vom Menschen gemacht» lastet auf unseren Schultern. Tosend donnert der Schmadribachfall über eine Felsstufe von der Höhenterrasse ins Tal. Durch Alpenrosenbüsche und Farnkraut weicht der Pfad östlich aus und balanciert nun auf der gegenüberliegenden Seite vom Obersteinberg den Flanken unter Mittaghorn und Äbeni Flue entlang. Unten in Trachsellauenen wartet der nächste Kuchenstopp. Möglicherweise donnert es wieder – trotz blitzblauem Himmel. Manch Einheimischer sagt dann: Das sind die Rottalherren. Das Berghotel Trachsellauenen liegt genau vis-à-vis des Rottal-Gletscherschlunds. Eine blühende, fruchtbare Alp soll das einst gewesen sein, bevor die Herren von Rotenfluh ihre Untertanen plagten. Wahre Wüteriche, die gerne auch den Frauen nachstellten. Als der Schlimmste, so berichtet die Sage, lüstern ein Hirtenmädchen verfolgte, soll ein schwarzer Bock der Jungfrau zu Hilfe geeilt sein. Mit seinen gewaltigen Hörnern stiess er den Mann über eine Felswand in den Abgrund. Da erzitterte das Land, Felsbrocken und Eismassen begruben die Rottal-Alp und verbannten die Willkürherrscher von Rotenfluh in die Gletschereinöde. Mystik, die an der Neugier kitzelt, vielleicht doch einen intensiveren Blick ins Rottal zu werfen. Alpinisten nutzen den Weg zur Rottalhütte, um über den Rottalgrat den Gipfel der Jungfrau zu erobern. Auf der Suche nach den abenteuerlichsten Routen auf den Sehnsuchtsberg, versuchten sich die Alpenpioniere schon 1863 auch am Nordwest- oder Rotbrättgrat, dort wo das Silberhorn seinen Schneekegel keck in den Himmel reckt. Weil diese Route auch heute noch als schwierig gilt, wird sie nur selten begangen. Bergwanderer aber können bis zur Silberhornhütte ins alpine Abenteuerland vorstossen, wenn sie abolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen. Unterhalb der Bäreflue bei der Quelle «Bim Chalten Brunnen» wechselt man vom Hüttenweg der Rottalhütte nach links in den Hüttenweg zur Silberhornhütte und hangelt sich dann durch imposante Felsfluchten in die Höhe.

Bei der Querung über Felsbänder und Plattenschüsse sieht man sie schon, die winzige Hütte auf dem Sattel zwischen Schwarzmönch und Jungfraumassiv. Ein Stützpunkt wie zu Pionierstagen, unbewartet, spektakulär gelegen, mit ungewöhnlichen Perspektiven auf Eiger, Mönch und die zerrissenen Gletscher der Jungfrau. Ganz zu schweigen von den Tiefblicken ins Lauterbrunnental, zur Kleinen Scheidegg, zur Station Eigergletscher. Der pure Luxus: Getränke sind vorhanden, dazu Feuerholz. Im hauseigenen Geschirrsortiment fehlt selbstverständlich auch das Fonduecaquelon mit Zubehör nicht. Braucht man also nur noch die Käsemischung hinaufzutragen. Candlelight-Dinner wie auf dem Obersteinberg, nur noch archaischer und mit Nervenkitzel. Was die Rottalherren im Schilde führen, wenn's donnert, ist nie so ganz sicher.

INFOS HINTERES LAUTERBRUNNENTAL
Anreise

Mit dem Zug nach Lauterbrunnen, dann Postauto bis Stechelberg, Fahrpläne: www.sbb.ch. Mit dem Auto von Interlaken über Wilderswil ins Lauterbrunnental bis zum Parkplatz von Stechelberg.

Infos
Stechelberg Tourismus, CH-3824 Stechelberg, Tel. 033/855 10 32, www.stechelberg.ch

Berghäuser & Hütten Berghaus

  • Trachsellauenen, 1202 m, bew. Mitte Mai bis Mitte Okt., Tel. 033/855 12 35, www.stechelberg.ch
  • Berghotel Tschingelhorn, 1678 m, bew. Juni bis Sept., Tel. 033/855 13 43, www.tschingelhorn.ch
  • Berghotel Obersteinberg, 1778 m, bew. Juni bis Sept., Tel. 033/855 20 33, www.stechelberg.ch
  • Schmadrihütte, 2262 m, unbewirtschaftet, 12 Schlafplätze, Kochgelegenheit mit Holz, Hüttenwart: Jürg Abegglen, Tel. 033/855 23 65. 
  • Silberhornhütte, 2663 m, unbewirtschaftet, 12 Schlafplätze, Getränke, Kochgelegenheit mit Holz, Hüttenwart: Bernhard Seiler, Tel. 079/656 16 04.

Runde im Hinteren Lauterbrunnental

  • 1. Stechelberg – Trachsellauenen – Schürboden 1.30 Std. – Holdrifälle – Läger – Obersteinberg 3 Std.: 4.30 Std., 900 Hm, T3. 
  • Variante: Gimmelwald – Sefinental – Busenalphütte – Tanzbödeli – Obersteinberg: 3.45 Std., 770 Hm, T3. Oder: Obersteinberg – Tanzbödeli 1 Std. – Sefinental, 1.30 Std. – Stechelberg, 1 Std.: 3.30 Std. 
  • 2. Obersteinberg – Oberhornsee 1.10 Std. – Schmadrihütte 1 Std – Stechelberg 2.50 Std.: 5 Std., 580 Hm im Aufstieg, 1450 Hm im Abstieg, T3.

Tour Silberhornhütte
Stechelberg – Trachsellauenen 1 Std. – Silberhornhütte 5 Std.: 6 Std., Rückweg 4.30 Std., 1810 Hm.
Anspruch: T5. Bis P. 2019 „Bim Chalten Brunnen“ T2. Dann weiss-blau-weiss markierte alpine Wanderroute, heikle Abschnitte sind mit Ketten und Tritten entschärft, die Route ist dennoch sehr ausgesetzt. Bei Nässe sollte man eine Begehung sein lassen. Vor allem die glatten Abschüsse der Strählplatti können sich dann in eine lebensgefährliche Rutschbahn verwandeln. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung.

Literatur
Wanderführer Berner Oberland Ost, Daniel Anker, Bergverlag Rother. Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn – 35 Wanderungen im und ums UNESCO-Weltnaturerbe, Thomas Bachmann, Rotpunkt Verlag. Gletscher der Schweiz, Band West, 52 faszinierende Bergwanderungen zu Eisströmen in den Kantonen Bern, Wallis und Waadt, von Christoph Käsermann und Andreas Wipf, Ott Verlag. Roman: Die Walserin, Therese Bichsel, Zytglokke Verlag. Die Autorin erzählt die Geschichte der Lötscher, die sich im 13./14. Jahrhundert im Lauterbrunnental ansiedelten.

Karte
Swisstopo, 1:50 000, Blatt 264 T Jungfrau oder 1:25 000, Blatt 2520 Jungfrau Region.

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