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Hochtour auf das Lagginhorn – Der kleine, sonnige Bruder des Weissmies

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Daniel Silbernagel, bergpunkt, Montag, 14. Juni 2027

Abwechslungsreich, ausgesetzt und meist schneefrei: Die Hochtour über den Lagginhorn-Südgrat ist lang, bietet aber leichte alpine Blockgratkletterei in beeindruckender Kulisse.

Viele Hochtouren ändern mit der Jahreszeit ihren Charakter. Die Klimaveränderung beschleunigt diesen Prozess. So sind selbst Hochtouren auf 4000er ab Mitte Sommersaison heutzutage oft schneefrei und blankes Eis nimmt den Platz von angenehmen Firnfeldern ein. Es gilt also den günstigen Zeitpunkt für eine bestimmte Hochtour nicht zu verpassen. Wohl einer der Schlüsselstellen der zukünftigen Hochtourenzeit. 

Der Südgrat auf das Lagginhorn ist lang. Eine hochalpine Klettertour mit Weitblick.

Der Laggin-Südgrat ist schon länger ab dem Einstieg mehrheitlich eisfrei. Auch im Abstieg über die Normalroute liegen v.a. nur noch Anfangs Saison Schnee- und Firnfelder. Dennoch ist der Lagginhorn- Südgrat eine leichte, aber lange alpine Klettertour, wobei oft am kurzen Seil geklettert wird, geblieben. Die Ausblicke auf die im morgendlichen Streiflicht liegende Ostseite sind ungewohnt und vermitteln der Tour ein besonderes Ambiente. Neben leichtem Blockgratgelände bietet ein fast horizontaler Gratabschnitt ein paar recht ausgesetzte Türme, die man am besten überklettert. Vom markantesten Turm kurz unter dem Gipfel klettert oder seilt man auf der Ostseite ab. 

Die Tour ist v. a. in schneefreiem Zustand lohnend. Im Abstieg hat es zu Saisonbeginn nach dem Gipfel mehrere Schneefelder, welche speziell bei hartem Firn Konzentration erfordern. Ansonsten ist der Abstieg leicht und man erreicht bald die Weissmieshütte oder – mit einem kurzen Gegenanstieg – die Bergstation Hohsaas.

Links: Kletterei in den Türmen. Rechts oben: Blick vom Gipfel des Lagginhorns Richtung Weissmies. Das Gipfelkreuz wurde 2006 erneuert. Rechts unten: Weissmieshütte.

Reise/Ausgangspunkt 

Postauto ab Visp nach Saas-Grund, Bergbahnen.
Fahrplan ÖV: sbb.ch
Bergbahnen Saas-Grund: Fahrplan, Infos und Status: saas-fee.ch 
Saas-Grund (1559 m); Kreuzboden (2399 m) oder Bergstation Hohsaas (3137 m)

Tourendaten/Kurzinfo 

Lagginhorn-Südgrat, Abstieg WSW-Grat:
ZS -/2c (E3), ⭧ Aufstieg 920 Hm, 5–6 h (davon ca. 1h zum Einstieg); ⭨ Abstieg 1290 Hm, 3 h – 3 h 30 min zur Weissmieshütte 2726 m, Start von der Weissmieshütte ca. 1 h länger

Beschreibung 

Von der Weissmieshütte oder der Hohsaashütte zum Einstieg. Nun alles über den Südgrat bis zu den 3-Türmchen. Hier jeweils kurz abklettern oder abseilen. Weiter zum letzten Gendarm und auch hier abklettern oder abseilen. Am Schluss leichter Grat zum Gipfel. 4–5 Std. ab dem Einstieg. Abstieg über den WSW-Grat. Meist Gehgelände in einer Felsflanke mit kurzen Stufen. Anfangs Saison über Schnee- und Firnfelder. Stellen 2 kurz vor P. 3538. Weiter über den Grat bis ca. 3450 m. Von hier Anfangs Saison, wenn guter Firn liegt, nach links zum Lagginhorngletscher abbiegen. Später in der Saison und auch die sichere Variante vor Steinschlag, alles weiter über den Grat zur Weissmiesshütte oder über die neue Variante zum Hohsaas abbiegen. Details s. Karte / Topo.


Übernachtung 

Weissmieshütte (2726 m), weissmieshuette.ch oder Hohsaashütte (3137 m), hohsaashuette.ch.

Tourencharakter 

Kurzer Zustieg über einen Restgletscher, dann langer Felsgrat mit Gehgelände und Kletterstellen, kurzen Abseilstellen. Abstieg über den WSW-Grat meist in Gehgelände.

Absicherung 

Kaum fixes Material, welches auch nicht nötig ist. Am Grat ein paar wenige Schlingen und Bohrhaken.

Ideale Jahreszeit 

Sobald der Grat schneefrei ist. Sommer bis in den Herbst.

Material / Karten / Topo 

– Bergschuhe (min. bedingt steigeisenfest)
– Geeignete Bekleidung, Wetterschutz, Sonnenschutz inkl. Sonnenbrille, Hut/Cap
– Handschuhe, Mütze
– Hochtouren-Rucksack der sich auch zum Klettern eignet
– Anseilgurt
– Steigeisen mit Antistollplatte, leichter Pickel, evtl. 1 leichte Eisschraube
– Helm
– 20–30 m-Einfachseil
– 2 leichte Verschlusskarabiner (HMS-Karabiner), 2–3 Expressen/Karabiner
– Sicherungsmaterial: Schlingen, 1–2 Camalots #0.4, 0.5
– Rucksackapotheke, Notbiwaksack, Stirnlampe, Höhenmesser, evtl. inReach o. Ä.
– App mit Offlinekarten (z. B. White Risk, Swisstopo, o. a.)
– Trinkflasche, Lunch
– Topo (Hochtouren Topoführer Walliser Alpen, 6. Auflage)

Weitere Routen 

Siehe Hochtouren Topoführer Walliser Alpen, 6. Auflage oder für Klettertouren der neue Kletterführer Alpine Klettertouren, Band 2, 1. Auflage 2026 (Topoverlag)

Ausbildung/Touren 

bergpunkt.ch – Sicher und genussvoll unterwegs auch im Sommer: Hochtourenkurse, Bergsteigen Coaching, Bergsteigen Aufbaukurse Fokus Fels & Eis.


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