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Tags: Wandern / Trekking, Ostschweiz

Frühjahrestouren im Alpstein

FIONA STAPPMANNS, 27.06.2019

Der Alpstein knackt mit seinem höchsten Punkt, dem Säntis, nur knapp die Marke von 2500m, bietet jedoch nichtsdestotrotz eine imposante Kulisse. Eindrücklich ragt er über dem Bodensee steil empor. Aufgrund seiner Höhe eignet er sich ebenfalls perfekt für Frühlingstouren, auch wenn in den Schattenhängen gern noch Schneefelder bis in den Sommer überdauern. Liebliche Almwiesen und idyllische Bergseen wechseln sich ab mit steilen Felswänden und schroffen Graten. So vielfältig wie seine Landschaft sind auch die Wanderungen. Im Folgenden stelle ich drei Wanderungen, von gemütlicher Familientour bis hin zur konditionell anspruchsvollen Unternehmung vor.

Tour 1: Von Wasserauen über den Seealpsee zum Gasthaus Äscher

Diese eher gemütliche Tour startet am Parkplatz in Wasserauen. An schönen Tagen herrscht hier einiges an Andrang und das Parken ist mitunter kostenpflichtig. Von hier führt für alle Eiligen eine meist geteerte Forsttrasse direkt und steil zum Seealpsee. Weitaus lohnender finde ich den Wanderweg, der links vom Parkplatz ansteigt und zunächst durch an einem Bachlauf entlang recht steil durch den Wald führt. Später öffnet sich das Gelände und auf den Almwiesen lassen sich Kühe und Ziegen die frischen Alpenkräuter schmecken. Vorbei an Alphäusern sieht man schon bald den Seealpsee schimmern. An einem windstillen Tag spiegeln sich die umliegenden Gipfel im kristallklaren Wasser. Passenderweise bietet sich hier auch die erste Chance für ein kühles Getränk im Berggasthaus Forelle. Ich bin gerne sehr früh unterwegs und ziehe ein frisches Glas Milch auf der Seealp gegenüber vor. Auch der Käse aus der eigenen Käserei ist nur wärmstens zu empfehlen und eine gute Ergänzung für die Brotzeit. Besonders schön ist es hier am frühen Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen die umliegenden Gipfel anstrahlen und kaum andere Menschen unterwegs sind.

Der Weg führt nun rund um den See und ein kleines Stück auf der Forststrasse herunter bis zur Abzweigung in Richtung Berggasthaus Äscher. Der Weg schlängelt sich recht steil den Berg hinauf und der Untergrund ist manchmal etwas rutschig, jedoch komfortabel breit und Handseile sichern die steileren Stellen. Viele entscheiden sich, den Weg umgekehrt zu gehen, ein weiterer Grund zeitig unterwegs zu sein, tagsüber ist es sonst gern ein echter „Grüezi Pfad“. Nach etwas über einer Stunde ragt vor mir steil eine Felswand auf, unter der das Berggasthaus Äscher kauert. Spätestens hier lohnt sich das Innehalten bei einem Kaltgetränk der Wahl, denn die Aussicht ist atemberaubend. Sie reicht vom hohen Kasten über die Marwees bis zu Seealpsee und Altmann. Von hier führt der Pfad entlang des Felsens bis zum Wildkirchli und zur Klause eines Einsiedlers direkt am Eingang einer Bärenhöhle. Ich folge dem Weg durch den Fels und bin überrascht, dass es hier trotz sommerlicher Temperaturen immer sehr frisch bleibt. An die Wand werden die Schatten der Bären projiziert, welche hier in der Eiszeit hausten. Wieder in der Sonne angekommen schlängelt sich der Weg leicht bergauf bis zu unserem Tagesziel der Bergstation der Ebenalp Luftseilbahn. Zu unseren Füßen glitzert der Bodensee im Sonnenlicht. Gerne wähle ich hier die knieschonende Variante und fahre mit der Bahn (20CHF/10CHF mit Halbtax) wieder Richtung Wasserauen. Natürlich kann man auch zu Fuß entweder vom Gasthaus Äscher oder der Ebenalp absteigen.

Charakter: leicht
Strecke: 1013hm (Aufstieg), 294hm (Abstieg), 7,5km*
Gehzeit: 3 Stunden, 10 Minuten
Wegpunkte: Wasserauen - Seealpsee - Berggasthaus Äscher/Wildkirchli – Ebenalp (Luftseilbahn Ebenalp) – Wasserauen
Empfohlene Ausrüstung: festes Schuhwerk
Varianten: Wer den Tag lieber entspannt am Seealpsee verbringt, kann auch den direkten Weg zurück nach Wasserauen wählen.

Tour 2: Von Brühlisau über den Fälensee zum Berggasthaus Staubern

Die imposanten Spitzen der Kreuzberge gehörten schon von Anfang an zu meinen Lieblingsplätzen im Alpstein und sind nicht nur für Kletterer ein Muss. Die Tour führt außerdem vorbei am Fälensee, an dessen Ufer die Berge einem norwegischen Fjord gleich in den Himmel ragen.

Wir starten früh am Parkplatz in Brühlisau und werfen 5 CHF ins Kässli. Zunächst geht es auf einem sehr steilen Forstweg bergauf in Richtung Sämtisersee. Ab und an zweigt auch ein Waldweg ein kurzes Stück ab, welchen ich weitaus reizvoller zu gehen finde. Nach etwa einer dreiviertel Stunde haben wir das Gasthaus Plattenbödeli am vorerst höchsten Punkt erreicht und sagen den dort weidenden Eseln kurz hallo. Der immer noch gut ausgebaute Forstweg führt nun ein kleines Stück herab zum Sämtisersee, welcher inmitten lieblich blühender Wiesen liegt. Vorbei an Almhütten und friedlich grasenden Kühen geht es mäßig steil bergauf bis zum Gasthaus Bollenwees am Fählensee. Noch hängen Wolken an den Gipfeln und das Wasser liegt so ruhig da, dass sich die Umgebung perfekt in ihnen spiegelt. Die Eisheiligen sorgen für frische Temperaturen und wechselhaftes Wetter. Wir verweilen für einen kurzen Moment und lassen die mystische Stimmung auf uns wirken. An der Saxer Lücke und den im Nebel versteckten Kreuzbergen vorbei steigen wir links hinauf und folgenden den Schildern in Richtung Hoher Kasten. Am Grat angekommen, es ist noch vor Sonnenaufgang, die umliegenden Berge sind nur als blaue Kontouren zu erkennen und das Tal liegt unter Hochnebel versteckt. Langsam wechseln die Farben von blau, zu lila und violett und beginnen dann in rosa Pastelltönen zu leuchten. Der Hochnebel wirkt wie wunderbar weiche Zuckerwatte. Eine einsame Gämse steht erhaben auf einem Fels, als wüsste sie sich perfekt vor der Kulisse in Szene zu setzen. Schon beginnen die ersten Gipfel in der aufgehenden Sonne zu Strahlen. Für genau solche Momente gehe ich in die Berge.

Nach dem wunderbaren Sonnenaufgang kochen wir Kaffee und genießen das Frühstück in der wunderbaren Kulisse. Weiter geht es dann über einige Schneefelder die noch gefroren und nicht ganz ohne sind, bis zum Berggasthaus Staubern. Aus dem Rheintal führt hier die erste solarbetriebene Gondel herauf. Nebenbei bemerkt: das Rösti ist wunderbar, wenn auch nicht die beste Mahlzeit für einen noch sehr aktiven Tag. Wir lassen es gemütlich angehen, genießen die Sonne und gönnen uns eine ausgiebige Mittagspause. Von hier steigen wir über einen recht steilen Wanderweg in Richtung Sämtisersee ab. Wer die Tour noch verlängern mag, oder lieber mit der Gondel bergab fährt, kann noch oben auf dem Grat weiter zum Hohen Kasten wandern. Vom Sämtisersee nehmen wir den gleichen Weg wie im Aufstieg.

Charakter: Mittel
Strecke: 1061hm (Aufstieg/Abstieg), 14,4km*
Gehzeit: 5 Stunden 40 Minuten Wegpunkte: Brühlisau - Bollenwees - Saxer Lücke - Berggasthaus Staubern - Sämtisersee – Brühlisau
Empfohlene Ausrüstung: festes Schuhwerk

Tour 3: Tour de Alpstein

Diese konditionell anspruchsvolle Tour führt einmal quer durch den Alpstein, je nach Motivation auf seine zwei höchsten Gipfel. Es geht über eine scheinbar in den Himmel führende Leiter, schmale Grate, über saftige Wiese, vorbei an kristallklaren Bergseen und immer wieder lädt die fantastische Aussicht zum Staunen ein.

Wir starten noch vor Sonnenaufgang am Parkplatz Schwägalp und folgen im Licht unserer Stirnlampen dem Wanderweg in Richtung Gipfel. Wer sich jedoch knapp 1200hm Aufstieg und rund 2.5 Stunden Gehzeit sparen mag, kann hier auch auf die Säntis Bahn ausweichen. Der Weg schlängelt sich wie aus dem Alpstein gewohnt steil in Serpentinen den Berg hinauf. Als wir das Gasthaus Tierwis erreichen, blitzen bereits die ersten Sonnenstrahlen über den Horizont. Weiter geht es zunächst etwas flacher, mit den Säntis fest im Blick, die Gebäude auf seinem Gipfel wirken fast außerirdisch. Einige Gämsen huschen davon und fliehen mit gekonnt kletternd die Felsen empor.

Wir durchqueren das Schneefeld unter dem Gipfel und erreichen schon bald den Grat zwischen Säntis und Girenspitz. Die Aussicht ist gewaltig und wir sehen den Seealpsee unter uns schimmern. Noch hat es zwischen den Felsen vereinzelt Schnee und es ist etwas Vorsicht geboten, besonders am vorläufigen Highlight der Tour: der Himmelsleiter. Sie führt das letzte Stück aufwärts zum Gipfel, ist jedoch mit einzelnen Stufen und Drahtseilen gut versichert. Oben angekommen gehen wir zügig weiter. Für eine Rast empfehle ich jedoch das urige Gasthaus Alter Säntis. Vor uns liegt der Lisengrat und wir müssen noch einige Schneefelder queren. Da es durchaus steil abwärts geht, ist es ratsam, sich über die aktuellen Verhältnisse zu erkundigen. Für uns ist an diesem Tag jedoch schon eine breite Spur angelegt und wir kommen zügig voran. Bis zum Rotsteinpass geht der Weg am Grat entlang und man sollte etwas Schwindelfreiheit mitbringen. Technisch schwierig ist es jedoch nicht, vor allem, da an schwierigeren Stellen Seile und Stufen angebracht sind. Zudem sollte man auf keinen Fall vergessen, die imposante Kulisse zu genießen. Es ist ein Traumtag: vereinzelt ziehen Wolkenfetzen über den Grat und aus dem Tal klingt leise das Läuten der Kuhglocken empor. Am Gasthaus Rotsteinpass vorbei steigt der Weg empor bis zum Altmannsattel und hier gönnen wir uns zum ersten Mal eine ausgiebige Frühstückspause. Von hier kann man noch einen kleinen Abstecher auf den Altmann (ca. 1 Std. auf einem Alpinwanderweg) wagen. Für den etwas ausgesetzten Grat ist jedoch Schwindelfreiheit und absolute Trittsicherheit ein Muss.

Wir lassen ihn heute links liegen und machen uns auf den Abstieg in Richtung Zwinglipass. Als wir um die Ecke biegen stehen plötzlich an die 50 Steinböcke vor uns im Hang. Sichtlich unbeeindruckt verfolgen sie unseren Weg durch das Altschneefeld. Schon bald gesellen sich zu unseren Beobachtern auch Murmeltiere hinzu, die die warme Frühjahrsonne genießen. Am Zwinglipass folgen wir dem Weg Richtung Mutschensattel und kraxeln dort kurz die etwa 70 Höhenmeter zum Gipfel, Zum ersten Mal wird der Blick auf das Rheintal frei, steil geht es hinab. Die Spitzen der Kreuzberge ragen neben uns empor – ein beliebtes Ziel für Kletterer. An der Saxer Lücke angekommen steigen wir zum Gasthaus Bollenwees am wunderschönen Fälensee hinab. Dort genießen wir ein wunderbar kühles Bier und die Aussicht auf der Sonnenterasse. Vor uns liegt nun der letzte Aufstieg des Tages und so langsam werden die Beine etwas schwerer. Bis hinauf zur Bogartenlücke zieht es sich etwas und auch beim Abstieg machen sich die heute bereits absolvierten Höhenmeter bemerkbar. Für den Rückweg kann man noch einen kleinen Abstecher zum Seealpsee machen und sich dort im frischen Wasser abkühlen. Wir hingegen wählen heute den direkten Abstieg nach Wasserauen. Vor der Luftseilbahn Ebenalp gönnen wir uns am Kneippbecken im Fluss noch eine Erfrischung und hoffen, dass das kalte Wasser den morgigen Muskelkater etwas lindern wird.

Charakter: schwer
Strecke: 1960hm (Aufstieg), 2465hm (Abstieg), 19,9km
Gehzeit: 8 Stunden, 50 Minuten
Wegpunkte: Säntis, Lisengrat, Rotsteinpass, Altmann, Zwinglipass, Kreuzberge, Saxer Lücke, Fälensee, Bogartenlücke, Seealpsee, Wasserauen
Anreise: Mit dem Zug nach Urnäsch oder Nesslau, von dort mit dem Postauto zur Schwägalp. Von Wasserauen geht es mit dem Zug retour.
Empfohlene Ausrüstung: festes Schuhwerk, im Frühjahr habe ich auch gern Grödel und einen leichten Pickel dabei – man weiß ja nie!
Karte: Swisstopo topographische Wanderkarte 1:33 333, Blatt 3301 T Säntis (wasser- und reissfest) oder topographische Wanderkarte Schweiz 1:25.000, Blatt 2514 Säntis - Churfirsten
Besondere Empfehlungen: Eine Wanderung ohne echte Brotzeit ist für mich keine Wanderung. Umso mehr gefällt es mir, dass man sich unterwegs an den verschiedensten Stellen verpflegen kann. Meine liebsten: der würzige Käse von der Seealpkäserei und die Würste im Automaten in Wasserauen. Dort gibt es auch Softeis. Super Rösti gibt es im Berggasthaus Staubern und Äscher. Für Fans von Whiskey gibt es übrigens überall im Alpstein Brennereien, etwa auf dem Säntis, am Seealpsee und Staubern.

© Fotos: Chris Riefenberg, Fiona Stappmanns

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