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Durch dick und dünn: Die Reepschnur

Fabian Reichle, Mittwoch, 29. Juni 2022

Das Seil ist elementarer Bestandteil einer Hochtour. Sei es für Gletscherüberquerungen oder im steilen Gelände: Unter Umständen hängt wortwörtlich das eigene Leben daran. Doch damit nicht genug, denn als quasi kleine Geschwister des Tourenseils gehören auch Reepschnüre zur Standardausrüstung für jede alpine Unternehmung. Doch was steckt eigentlich hinter diesen Begleitern?

Das Seil ist elementarer Bestandteil einer Hochtour. Sei es für Gletscherüberquerungen oder im steilen Gelände: Unter Umständen hängt wortwörtlich das eigene Leben daran. Doch damit nicht genug, denn als quasi kleine Geschwister des Tourenseils gehören auch Reepschnüre zur Standardausrüstung für jede alpine Unternehmung. Doch was steckt eigentlich hinter diesen Begleitern?

Kurzum: Eine Reepschnur ist ein Seil mit geringem Durchmesser von 4 bis 8 Millimeter. Der Aufbau entspricht demjenigen eines Kletterseils, sprich, ein Kern wird von einem Mantel umgeben – der grosse Unterschied ist jedoch das Materialverhältnis dieser beiden Elemente. Der Seilmantel dient bei der Reepschnur nicht nur zum Kernschutz, sondern trägt zur Bruchkraft bei. Das macht die dünnen Seile zwar für statische Belastungen äusserst solide, für Stürze sind sie jedoch nicht geeignet.

Auch wenn die Schnüre simpel aussehen mögen, in ihnen steckt jede Menge Hightech. So werden sie aus extrem robusten Kunstfasern hergestellt. Hierbei kommen beispielsweise Nylon, Kevlar oder Dyneema zum Einsatz. Die verschiedenen Grundmaterialien haben zwar alle leicht unterschiedliche Eigenschaften in Bezug auf Reissfestigkeit, Oberflächenbeschaffenheit oder UV-Resistenz. So oder so werden Reepschnüre streng genormt und müssen Sicherheitsstandards entsprechen. Konkret sind das die EU-Norm EN 564 und der Safety Standard UIAA-102. Dabei wird die Bruchlast je nach Seildurchmesser fix definiert.


Die Reepschnur ist ein echter Allrounder. Sei es für den Standplatzbau, Prusikschlingen für den Aufstieg, zur Eigensicherung während dem Abseilen, als Trittschlinge für die Spaltenrettung, als Flaschenzug oder ganz banal als Wäscheleine am Basecamp: Die Reepschnur ist ein praktischer Begleiter für fast alles, was statisch belastet werden soll oder muss. Ganz so einfach ist es jedoch nicht, denn je nach Einsatz spielen Länge und vor allem Durchmesser eine wichtige Rolle. Folgende Richtwerte gilt es zu beachten:

  • 5 bis 6 Millimeter Durchmesser: Zusatz- und Zwischensicherungen wie Prusikschlingen, Flaschenzüge oder Sanduhren
  • 8 Millimeter Durchmesser: Standplatzbau

Schnüre unter 5 Millimeter sollten ausschliesslich für den Materialtransport verwendet werden.

Was die Länge und Anzahl von Reepschnüren auf Hochtouren betrifft, scheiden sich die Geister. Mit zwei 4-Meter Reepschnüren von 6 Millimeter Durchmesser ist man gut unterwegs. Wenn eine 1,5 Meter lange, etwas dünnere Schnur zusätzlich im Rucksack Platz hat, umso besser. Die gewünschte Länge kannst du dir in allen unseren Filialen einfach und schnell zuschneiden lassen.

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