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Tags: Alpines Klettern

Ein Kletterepos in der Verdonschlucht: Dame Cookie

Katherine Choong, 20.07.2021

Die Verdonschlucht in Frankreich beheimatet unzählige herausfordernde Kletterrouten. Eine davon ist Dame Cookie, eine 200 Meter lange Route die aus 6 Seillängen besteht und im kniffligsten Teil mit einer Schwierigkeit von 8a+ aufwartet. Die Schweizer Profikletterin Katherine Choong konnte sie kürzlich rotpunkt durchsteigen – und das, obschon die Begehung eigentlich gar nicht geplant war.

Nur von unserer Stereoanlage begleitet, die französische Musik schmettert, fahren wir eine endlose Landstrasse entlang und fragen uns, ob wir das Ende der Welt noch vor unserem Ziel erreichen werden. Die Strasse, die sich durch den Berg windet, führt uns schliesslich zum Zugang zu diesen beeindruckenden Schluchten, einem unendlichen Spielplatz für Kletterer, bestehend aus grandiosen, schwindelerregenden Wänden aus orange-grauem Kalkstein, die sich zu beiden Seiten des türkisfarbenen Wassers des Flusses Verdon erheben. Ein sanfter goldener Farbton nimmt den Himmel ein, die letzten Sonnenstrahlen streifen die felsigen Balken. Löchrige und mit einem Stück Gurt reparierte Isojacken, eine festgeschraubte Mütze auf dem Kopf und der geschwungene Gang eines Primaten - kein Zweifel, wir sind im mythischen Dorf La Palud sur Verdon angekommen, wo sich Kletterer treffen, um ihre Tage an der Wand miteinander zu teilen. Das Lächeln der Menschen, das Gelächter und die Gitarrenklänge, die unsere Ohren erreichen, erinnern uns daran, wie wesentlich die einfachen Dinge im Leben sind und wie sehr wir sie vermisst hatten.

Eines meiner Ziele für das Jahr ist es, mehr Zeit in Mehrseillängen zu verbringen und, da ich gerne meine Grenzen austeste und mich überrumpeln lasse, möchte ich versuchen einige Routen in einem Niveau zu klettern, das mich an meine Grenzen treibt.


Mehrseillängen-Eldorado Verdonschlucht

Vertikale Wände, glatt, mit Leisten und Löchern gespickt, die präzise Fussarbeit an sehr kleinen Tritten erfordern, die ästhetischen Züge der Routen sind einfach unglaublich! Obwohl ich fast das ganze Jahr klettere, war es schon über 6 Monate her, dass ich eine Mehrseillängenroute gemacht hatte. Klettern hat die Eigenart, uns daran zu erinnern, nichts als selbstverständlich zu betrachten. Selbst wenn man in einem bestimmten Stil stark ist, kann man anderswo, in einem Schwierigkeitsgrad der normalerweise zum Aufwärmniveau zählt, in den Arsch getreten werden, wenn man sich in einer ungewohnten Umgebung befindet.

Natürlich sind wir die ersten Tage nicht verschont geblieben. Also haben wir uns mit einigen schönen und machbaren Routen wieder in Schwung gebracht. Vor allem "Alix, Punk de Verdons", wo die Beine im beeindruckenden Paroi du Duc über 300 Metern Leere tanzen und man sich bemüht sich nichts anzumerken. Es sei darauf hingewiesen, dass in derselben steilen und dunklen Wand, die sehr eindrücklich aussieht, ein verrückter selbstmörderischer Kletterer mutig und motiviert 1968 die allererste Route in den Schluchten eröffnete. Das gebietet Respekt!


Petrus hat andere Pläne

Der ursprüngliche Plan war, alle Seillängen der Route "La Ramirole" zu klettern, 8b oblig., 160 Meter. Da diese Route durch einen Überhang führt, der aus kleinen Säulen besteht, haben die heftigen Frühlingsregen leider den gesamten Felsen durchnässt und den Aufstieg unmöglich gemacht. Auch wenn es manchmal frustrierend ist, wenn man sein Ziel nicht erreichen kann, halte ich vor Augen, dass Klettern in erster Linie ein Outdoor-Sport ist: Man kann so fit wie nur möglich sein, einen tollen Schlachtplan haben und denken, dass man die Situation unter Kontrolle hat, die Natur entscheidet, ob sie einen die Chance nutzen lässt. Doch letztlich hatte ich eine Chance, andere Möglichkeiten in Betracht zu ziehen und davon mangelt es im Verdon bestimmt nicht! Auf Anraten von Cédric Lachat beschlossen wir, unser Glück auf der Route "Dame Cookie" zu versuchen, die überhängend ist und daher keine Angst haben muss, nass zu werden. Sie besteht aus 6 Seillängen (7c, 6c, 8a, 7c+, 8a+, 5c, 200 Meter), die sich in ihrem Stil stark voneinander unterscheiden. Eine schöne und anspruchsvolle Route.

Da ich nicht genau wusste, was mich erwartete, hatte ich mir zum Ziel gesetzt, die Route in einem Tag zu punkten, was bedeutet, dass ich jede Seillänge im Vorstieg an einem Tag sturzfrei machen wollte. Wenn man fällt, kann man zum Anfang der entsprechenden Seillänge zurück und es erneut versuchen. Bei dieser Art von Herausforderung, auch wenn sie nicht in meinem maximalen Schwierigkeitsgrad liegt, spüre ich einen gewissen Druck, weil es in der Tat besser ist, jede Länge am selben Tag beim ersten Mal durchzusteigen, um nicht jedes Mal zum Stand zurückzugehen, es noch einmal zu versuchen und eine Menge Energie für den Rest zu verlieren.


Also mache ich mich an die erste Seillänge, eine 7c in weissem, etwas staubigem Fels, ohne allzu viel Aufwärmen. Es folgt ein Sturz. Das fängt ja gut an! Ich untersuche die Crux (den schwierigsten Abschnitt der Route), bevor ich wieder absteige, um mein Glück erneut zu versuchen. Puh, Diesmal klappt's! Die anschliessende 6c in einem grossen Riss ist nicht allzu schwierig, und dann folgt eine Seillänge 8a in einer mit Löchern durchsetzten Wand, die es erlauben, verschiedene Techniken zu verwenden, indem man je nach Fingerdicke, zwei- oder drei Finger platziert und sich in alle Richtungen eindreht. Ein wenig verloren inmitten dieser Löcherwand, falle ich erneut. Ich weiss, dass ich jedes Mal viel Energie vergeude, aber ich beschliesse, wieder bis zum Ende der Länge zu gehen, und schliesslich geht es in einem grossen Ausdauerkampf vorbei. 

Im nächsten Spielfeld treffen wir in einer gelben Wand, zu meiner grössten Freude, auf das Thema Leisten. Ein langer und zufälliger Zug in der vorletzten Seillänge kostet mich den Onsight und sogar einen zweiten Versuch! An diesem Punkt weiss ich, dass ich all mein Pulver verschossen habe. Aber ermutigt von Jim und von Julia, der Fotografin, die uns gefolgt ist, um den Tag zu verewigen, steige ich mit brennenden Armen noch einmal ein und schaffe es mich an den Standplatz zu klammern, ohne zu fallen! Nun wartet noch die vorletzte Seillänge, die härteste (8a+) auf mich und ich bin mir bewusst, dass sie extrem schwierig zu klettern sein wird. Am Ende meiner Kräfte probiere ich die Züge aus, bürste ein paar Griffe, aber mir wird klar, dass ich an diesem Tag nicht die Ressourcen haben werde, diese sehr körperliche Seillänge zu klettern. Etwas enttäuscht über meine fehlende Klarheit in den entscheidenden Momenten und meine zahlreichen Fehler, die mich den Rotpunkt in einem Tag gekostet haben, bin ich dennoch sehr glücklich, alles versucht und bis zum Schluss daran geglaubt zu haben. 

Mit gerösteten Armen beschliessen wir, uns einen Tag frei zu nehmen und am nächsten Tag den Anschluss zu versuchen. Wieder stürze ich in der ersten Seillänge fast, schaffe es aber trotzdem. Diesmal ist der Modus Machine eingeschaltet! Ich weiss, dass ich mir keinen Sturz leisten kann und dass ich viele Reserven für die 8a+ Seillänge haben muss, wo ich noch nicht weiss ob ich sie schaffe. Die folgenden Seillängen reihen sich ohne Sturz aneinander, aber sie machen mich trotzdem körperlich und geistig müder als gedacht. Ich komme am Beginn der 8a+ an und bin überzeugt, dass ich den Stand beim ersten Versuch erreichen muss, sonst habe ich nicht genug Energie. Um uns herum ist es still. Neben uns fliegen nur noch die Geier.


Ein Abenteuer mit Lernwert

Und endlich geht's los. Jeder Zug scheint schwierig. Es ist, als hätte ein Hollywood-Drehbuchautor die Kontrolle über meinen Tag übernommen, die Spannung ist bis zum Ende vollkommen: In der ersten Crux bricht mir ein Griff unter den Fingern weg, so dass ich fast stürze und gezwungen bin, eine andere Lösung für meine Rettung zu finden. Etwas weiter oben, in einem anderen schwierigen Abschnitt, tauchen neue nasse Griffe auf, um das Spiel aufzupeppen und meine Nerven zu testen. Bei jedem Zug kämpfend, erreiche ich schliesslich die endgültige Herausforderung, die ich immer noch fürchtete. Als ob die Situation nicht schon verzweifelt genug wäre, beginnen Regentropfen zu fallen. Ich habe Angst vor dem Schauer, der in wenigen Augenblicken kommen könnte, und das würde mir auf letzten Stück Plattenkletterei nicht helfen. Zum Glück erreiche ich den Standplatz und die Sonne erscheint wieder, als wolle sie mit mir diesen süssen Moment der Erleichterung und des puren Glücks feiern! Jim, der es ebenfalls geschafft hat, fast alle Seillängen zu klettern, schliesst sich mir an, um diesen schönen Moment zu teilen.

Diese Route war, abgesehen von ihrer Schwierigkeit, eine grossartige Reise, eine Lernerfahrung, die mir viele Emotionen bescherte, von der Furcht vor dem Unbekannten bis zur Erfüllung des erreichten Ziels. Mehr als ein Wettlauf um Ergebnisse oder eine ständige Suche nach Leistung genoss ich jeden Zug, jeden Moment. Ressourcen und Lösungen in sich selbst zu finden, wenn nichts Anderes möglich scheint, ist der Sieg, den ich über alles andere auskosten kann. Ein Gefühl von Freiheit. Ein Gefühl der Verkörperung dessen, was ich bin.

Ich bin unglaublich dankbar, dass ich dieses Abenteuer mit meinem Kletter- und Lebensgefährten Jim teilen konnte, der mich bei der Begehung dieser Route enorm unterstützt hat, sowie mit meiner Freundin Julia Cassou, deren positive Energie ebenfalls essentiell ist und deren Fotos grossartig sind. Ich bedanke mich herzlich bei meinen Partnern, insbesondere bei Bächli Bergsport. Sie sind mehr als eine Firma, sondern ein unglaubliches Team von Menschen, die mir vertrauen und mich bei meinen Projekten unterstützen!

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