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5 Schweizer Wandergipfel über 3000 Meter

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Niklas Stauffacher, Montag, 20. Juli 2026

Einmal auf 3000 Metern stehen und die beinahe grenzenlose Aussicht zu geniessen, ist ein Traum für viele Wanderbegeisterte. Dafür musst du kein Profi im Alpinismus sein: Einige Dreitausender sind auf Wanderwegen erreichbar; ganz ohne luftige Kletterpassagen und eisige Gletscherquerungen. Wir stellen dir fünf Schweizer Gipfel vor, die knapp über der 3000er-Grenze liegen und die du über Berg- und Alpinwanderwege in den Schwierigkeitsgraden T2-T4 erreichen kannst.

Igl Compass, 3015 m.ü.M. | Graubünden

Foto: gipfelbuch.ch

Wir beginnen im Bündnerland mit dem niedrigsten Gipfel unserer Auswahl. Der Igl Compass thront über dem Albulapass, von wo auch der kürzeste Aufstieg erfolgt. Von der Passhöhe aus sind es rund 700 Höhenmeter, erst nordwärts auf die Fuorcla Zavretta und von da aus südwestlich auf den Gipfel. Der Abstieg folgt im oberen Teil wiederum demselben Weg bis zur Fuorcla, von wo aus entweder der Rückweg zum Albulapass, oder über die etwas weitere Route durchs Val Zavretta bis runter zum Bahnhof Preda gewählt werden kann. In diesem Fall die zusätzlichen rund 500 Höhenmeter nicht vergessen! Wer noch richtig viel Energie übrig hat, gönnt sich auf dem Rückweg einen Abstecher zum Lai da Palpuogna. Dank Social Media zwar meist sehr gut besucht, aber dennoch nicht minder lohnend.  

Eckdaten

  • Gipfelhöhe: 3015 m.ü.M.
  • Schwierigkeitsgrad: T3
  • Ausgangs-/Endpunkt: Albulapass, 2311 m.ü.M.
  • Zeitaufwand Aufstieg: ↗ 2 h, 700 Hm
  • Alternativrouten: direkter Auf/Abstieg von/nach Preda, ↗ 3:30 bzw. ↘ 2:15, 1250 Hm 

  

 
Sparrhorn / Sparrhoru, 3020 m.ü.M. | Wallis

Foto: schweizer-wanderwege.ch, Pascal Bourquin 

Nur wenige Meter höher als der Igl Compass ist der Gipfel des Sparrhorns oberhalb der Belalp. Die ersten Höhenmeter ab Blatten bei Naters lassen sich komfortabel per Gondelbahn überwinden. Von der Bergstation aus dauert der Gipfelaufstieg knapp unter drei Stunden – wer zwischen Juli und August unterwegs ist, kann sich optional ab der Bruchegg per Sesselbahn nochmals einige Höhenmeter sparen. Der gut ausgebaute Wanderweg wird lediglich im obersten Teil etwas felsig, auf dem Gipfel wartet ein einmaliger Rundumblick über den Oberaletschgletscher und bis zum Matterhorn. Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg wie der Aufstieg, oder ab dem Tyndalldenkmal für einen letzten Blick auf den Grossen Aletschgletscher mit kleinem Schlenker via Aletschbord. 

Eckdaten

  • Gipfelhöhe: 3020 m.ü.M.
  • Schwierigkeitsgrad: T3
  • Ausgangs-/Endpunkt: Belalp, 2095 m.ü.M.
  • Zeitaufwand Aufstieg: ↗ 2:45 h, 940 Hm
  • Alternativrouten: mit der Sesselbahn Sparrhorn (nur Juli und August) ab Bruchegg bis auf 2676 m.ü.M.; der Aufstieg verkürzt sich auf ↗ 1 h, 350 Hm


Arpelistock, 3036 m.ü.M. | Bern, Wallis

Foto: sac-cas.ch, Bernd Jung

Wir bleiben für den dritten Gipfel im Wallis – aber nur knapp, denn der Arpelistock liegt auf der Grenze zum Kanton Bern. Er ist zwar nicht der höchste, jedoch der technisch anspruchsvollste Berg dieser Serie. Von der Geltenhütte aus, auf Berner Boden, lässt sich der Arpelistock von Nord nach Süd ins Wallis überschreiten; oder aber er wird direkt von Süden her erklommen. In diesem Fall startet die Wanderung am Sanetschsee, welcher von Gsteig aus per Gondelbahn gemütlich erreichbar ist. Der Weg folgt der Passstrasse bis zum Col du Sanetsch, wo er nach Osten abzweigt und nun zur Arête de l’Arpille erstmals stärker ansteigt. Aufgrund des gerölligen Geländes wird der Arpelistock sowohl von Norden als auch von Süden her als T4 bis T4+ eingestuft; die Option mit Auf- und Abstieg über die Arête de l’Arpille beschränkt die technischen anspruchsvollen Passagen jedoch auf ein verhältnismässiges Minimum. Ohne Überschreitung erfolgt der Abstieg auf gleicher Route wie der Aufstieg. 

Eckdaten

  • Gipfelhöhe: 3036 m.ü.M.
  • Schwierigkeitsgrad: T4+
  • Ausgangs/Endpunkt: Bergstation Sanetsch Stausee, 2059 m.ü.M.
  • Zeitaufwand Aufstieg: ↗ 3:40 h, 1040 Hm
  • Alternativrouten: von der Geltenhütte her, ↗ 3 h, 1050 Hm


Dreizehntenhorn, 3052 m.ü.M. | Wallis

Foto: sac-cas.ch, Bernd Jung

Vom technisch anspruchsvollen Gipfel zu einem, der es konditionell in sich hat: Das Dreizehntenhorn zwischen Matter- und Turtmanntal lässt sich von diversen Ausgangspunkten her erwandern, beispielsweise von der Bürcheneralp, der Moosalp oder vom Breite Stäg oberhalb Unterbäch her. Der direkteste, kürzeste Aufstieg erfolgt dabei vom Breite Stäg her, der per Sesselbahn ab Unterbäch schweisssparend erreicht wird. Dem Wanderweg immer südwärts folgend wird der Gipfel so in rund 3:45 h erreicht. Wer sich auf Graten wohlfühlt, sollte aber definitiv auch die weitere Route über den östlichen Kamm in Betracht ziehen: So lassen sich mit dem Violenhorn und Augstbordhorn gleich noch zwei weitere, wenn auch etwas niedrigere Gipfel mitnehmen. Spätestens auf dem Augstbordgrat, der eine gewisse Schwindelfreiheit voraussetzt, lohnen sich die zusätzlichen 2 h Wanderung definitiv! Als Abstieg bietet sich die direkte Route in Richtung Unterbäch an oder, je nach Tageszeit und Sesselbahn-Fahrplan, noch etwas weiter bis nach Bürchen. 

Eckdaten

  • Gipfelhöhe: 3052 m.ü.M.
  • Schwierigkeitsgrad: T4
  • Ausgangs/Endpunkt: Breite Stäg, 1740 m.ü.M.
  • Zeitaufwand Aufstieg via Augstbordgrat: ↗ 5:35 h, 1641 Hm
  • Alternativrouten: Direktroute ab Breite Stäg, ↗ 3:44 h, 1290 Hm oder von der Moosalp her, ↗ 4:40 h, 1310 Hm 


Sass Queder GR, 3066 m.ü.M. | Graubünden

Foto: corvatsch-diavolezza.ch

Der höchste unserer Wander-Dreitausender ist mit Abstand am einfachsten erreichbar. Der Sass Queder befindet sich nur einen kurzen Fussmarsch von der Bergstation Diavolezza entfernt – die ersten rund 800 Höhenmeter werden also gemütlich schwebend überwunden. Keine halbe Stunde dauert im Anschluss der Aufstieg bis zum Gipfel, der mit Bänken und sogar einer Feuerstelle zum Verweilen einlädt. Der Abstieg erfolgt auf gleicher Route und lässt sich sehr gut in Richtung Station Bernina Diavolezza oder zum Berninapass hin verlängern. Natürlich können beide Routen auch für den Aufstieg gewählt werden, sodass der Gipfel mit ein paar Schweissperlen mehr erklommen wird. In beinahe greifbarer Nähe locken der Piz Trovat (3146 m.ü.M.) und der Munt Pers (3207 m.ü.M.), die sich sehr gut mit dem Sass Queder kombinieren oder als nächste Gipfelziele vormerken lassen.  

Eckdaten

  • Gipfelhöhe: 3066 m.ü.M.
  • Schwierigkeitsgrad: T2+ 
  • Ausgangs/Endpunkt: Bergstation Diavolezza, 2972 m.ü.M. 
  • Zeitaufwand Aufstieg: ↗ 25 min., 110 Hm 
  • Alternativrouten: von Bernina Ospizio her, ↗ 3:30 h, 920 Hm, von Bernina Diavolezza/Talstation her, ↗ 3 h, 1015 Hm 


Ausrüstung / Vorbereitung

Die folgende Packliste ist eine Empfehlung der Basis-Ausrüstung (nicht vollständig). Zudem ist es wichtig, vor jeder Tour die Verhältnisse am Berg und das Wetter zu prüfen.

  • Wanderschuhe / Bergschuhe mit gutem Profil (Vorsicht bei Wanderschuhen, die lange unbenutzt im Keller oder auf dem Estrich gelagert wurden: Hydrolyse kann dazu führen, dass sich die Sohle vom Schuh löst).
  • Wetterschutz / Regenjacke resp. etwas langärmeliges gegen Kälte und Sonne
  • Wanderstöcke
  • Ausreichend Flüssigkeit (Trinkblase, Flaschen etc.)
  • Kopfbedeckung, Sonnenbrille, Sonnencreme
  • Erste-Hilfe-Set
  • Navigationshilfen (Karten, Apps)


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