Einmal auf 3000 Metern stehen und die beinahe grenzenlose Aussicht zu geniessen, ist ein Traum für viele Wanderbegeisterte. Dafür musst du kein Profi im Alpinismus sein: Einige Dreitausender sind auf Wanderwegen erreichbar; ganz ohne luftige Kletterpassagen und eisige Gletscherquerungen. Wir stellen dir fünf Schweizer Gipfel vor, die knapp über der 3000er-Grenze liegen und die du über Berg- und Alpinwanderwege in den Schwierigkeitsgraden T2-T4 erreichen kannst.
Wir beginnen im Bündnerland mit dem niedrigsten Gipfel unserer Auswahl. Der Igl Compass thront über dem Albulapass, von wo auch der kürzeste Aufstieg erfolgt. Von der Passhöhe aus sind es rund 700 Höhenmeter, erst nordwärts auf die Fuorcla Zavretta und von da aus südwestlich auf den Gipfel. Der Abstieg folgt im oberen Teil wiederum demselben Weg bis zur Fuorcla, von wo aus entweder der Rückweg zum Albulapass, oder über die etwas weitere Route durchs Val Zavretta bis runter zum Bahnhof Preda gewählt werden kann. In diesem Fall die zusätzlichen rund 500 Höhenmeter nicht vergessen!
Wer noch richtig viel Energie übrig hat, gönnt sich auf dem Rückweg einen Abstecher zum Lai da Palpuogna. Dank Social Media zwar meist sehr gut besucht, aber dennoch nicht minder lohnend.
Nur wenige Meter höher als der Igl Compass ist der Gipfel des Sparrhorns oberhalb der Belalp. Die ersten Höhenmeter ab Blatten bei Naters lassen sich komfortabel per Gondelbahn überwinden. Von der Bergstation aus dauert der Gipfelaufstieg knapp unter drei Stunden – wer zwischen Juli und August unterwegs ist, kann sich optional ab der Bruchegg per Sesselbahn nochmals einige Höhenmeter sparen. Der gut ausgebaute Wanderweg wird lediglich im obersten Teil etwas felsig, auf dem Gipfel wartet ein einmaliger Rundumblick über den Oberaletschgletscher und bis zum Matterhorn. Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg wie der Aufstieg, oder ab dem Tyndalldenkmal für einen letzten Blick auf den Grossen Aletschgletscher mit kleinem Schlenker via Aletschbord.
Eckdaten
Gipfelhöhe: 3020 m.ü.M.
Schwierigkeitsgrad: T3
Ausgangs-/Endpunkt: Belalp, 2095 m.ü.M.
Zeitaufwand Aufstieg: ↗ 2:45 h, 940 Hm
Alternativrouten: mit der Sesselbahn Sparrhorn (nur Juli und August) ab Bruchegg bis auf 2676 m.ü.M.; der Aufstieg verkürzt sich auf ↗ 1 h, 350 Hm
Wir bleiben für den dritten Gipfel im Wallis – aber nur knapp, denn der Arpelistock liegt auf der Grenze zum Kanton Bern. Er ist zwar nicht der höchste, jedoch der technisch anspruchsvollste Berg dieser Serie. Von der Geltenhütte aus, auf Berner Boden, lässt sich der Arpelistock von Nord nach Süd ins Wallis überschreiten; oder aber er wird direkt von Süden her erklommen. In diesem Fall startet die Wanderung am Sanetschsee, welcher von Gsteig aus per Gondelbahn gemütlich erreichbar ist. Der Weg folgt der Passstrasse bis zum Col du Sanetsch, wo er nach Osten abzweigt und nun zur Arête de l’Arpille erstmals stärker ansteigt. Aufgrund des gerölligen Geländes wird der Arpelistock sowohl von Norden als auch von Süden her als T4 bis T4+ eingestuft; die Option mit Auf- und Abstieg über die Arête de l’Arpille beschränkt die technischen anspruchsvollen Passagen jedoch auf ein verhältnismässiges Minimum. Ohne Überschreitung erfolgt der Abstieg auf gleicher Route wie der Aufstieg.
Vom technisch anspruchsvollen Gipfel zu einem, der es konditionell in sich hat: Das Dreizehntenhorn zwischen Matter- und Turtmanntal lässt sich von diversen Ausgangspunkten her erwandern, beispielsweise von der Bürcheneralp, der Moosalp oder vom Breite Stäg oberhalb Unterbäch her. Der direkteste, kürzeste Aufstieg erfolgt dabei vom Breite Stäg her, der per Sesselbahn ab Unterbäch schweisssparend erreicht wird. Dem Wanderweg immer südwärts folgend wird der Gipfel so in rund 3:45 h erreicht. Wer sich auf Graten wohlfühlt, sollte aber definitiv auch die weitere Route über den östlichen Kamm in Betracht ziehen: So lassen sich mit dem Violenhorn und Augstbordhorn gleich noch zwei weitere, wenn auch etwas niedrigere Gipfel mitnehmen. Spätestens auf dem Augstbordgrat, der eine gewisse Schwindelfreiheit voraussetzt, lohnen sich die zusätzlichen 2 h Wanderung definitiv! Als Abstieg bietet sich die direkte Route in Richtung Unterbäch an oder, je nach Tageszeit und Sesselbahn-Fahrplan, noch etwas weiter bis nach Bürchen.
Eckdaten
Gipfelhöhe: 3052 m.ü.M.
Schwierigkeitsgrad: T4
Ausgangs/Endpunkt: Breite Stäg, 1740 m.ü.M.
Zeitaufwand Aufstieg via Augstbordgrat: ↗ 5:35 h, 1641 Hm
Alternativrouten: Direktroute ab Breite Stäg, ↗ 3:44 h, 1290 Hm oder von der Moosalp her, ↗ 4:40 h, 1310 Hm
Der höchste unserer Wander-Dreitausender ist mit Abstand am einfachsten erreichbar. Der Sass Queder befindet sich nur einen kurzen Fussmarsch von der Bergstation Diavolezza entfernt – die ersten rund 800 Höhenmeter werden also gemütlich schwebend überwunden. Keine halbe Stunde dauert im Anschluss der Aufstieg bis zum Gipfel, der mit Bänken und sogar einer Feuerstelle zum Verweilen einlädt. Der Abstieg erfolgt auf gleicher Route und lässt sich sehr gut in Richtung Station Bernina Diavolezza oder zum Berninapass hin verlängern. Natürlich können beide Routen auch für den Aufstieg gewählt werden, sodass der Gipfel mit ein paar Schweissperlen mehr erklommen wird.
In beinahe greifbarer Nähe locken der Piz Trovat (3146 m.ü.M.) und der Munt Pers (3207 m.ü.M.), die sich sehr gut mit dem Sass Queder kombinieren oder als nächste Gipfelziele vormerken lassen.
Alternativrouten: von Bernina Ospizio her, ↗ 3:30 h, 920 Hm, von Bernina Diavolezza/Talstation her, ↗ 3 h, 1015 Hm
Ausrüstung / Vorbereitung
Die folgende Packliste ist eine Empfehlung der Basis-Ausrüstung (nicht vollständig). Zudem ist es wichtig, vor jeder Tour die Verhältnisse am Berg und das Wetter zu prüfen.
Boulderspass am Gotthardpass und die besten Boulderpässe der Schweiz
Der Gotthardpass ist ein wahres Paradies für Boulderfans. Mit dem Postauto erreichst du bequem über 1200 Probleme in Sektoren wie Ecstasy oder Dark Side. Von einfachen Einsteigerlinien bis zum High-End-Boulder bietet der griffige Granit in dieser alpinen Kulisse für jedes Niveau die passende Herausforderung.
Schwarzsee–Jaunpass: Alpine Tour mit Panorama & Bergbeizli
Bergwandern vom Schwarzsee zum Jaunpass: Eine abwechslungsreiche Route voller Bergbeizli, glasklarer Seen und Gipfelglück. Ob als sportliche Tagestour oder genussvolle Wanderung mit Übernachtung auf der Alp Oberer Euschels – man wird mit frühlingshafter Landschaft und herzhaftem Alpkäse belohnt.
Skitour-Tourentipp: Überschreitung Fürstein im Entlebuch
Die Tage, an denen der Schnee bis in die tiefen Lagen reicht, sind rar geworden. Doch wenn Frau Holle zuschlägt, lohnt es sich, parat zu sein! Entdecke eine märchenhafte Voralpen-Tour über den Fürstein von Langis nach Flühli.
Tourentipp: In zwei Tagen von Saas-Grund via Almagelleralp zum Almagellerhorn
Der Wandel vom Sommergrün hin zu rot-gelb-braunen Farben bis zum prächtigen Herbstgold hat begonnen. In diesem Tourentipp von bergpunkt geht es in zwei Tagen durch die herbstliche Farbenpracht von Saas-Grund bis zum Almagellerhorn.
Wegweiser Valle Maira – Wandern in den italienischen Südalpen
Einsame Felsspitzen statt Massenansturm. Verlassene Wanderwege statt Insta-Spots. Rifugi aus verwittertem Naturstein statt opulenter Wellness-Tempel. Und gute Aussichten, dass das so bleibt: Das Valle Maira in den italienischen Südalpen setzt auf sanften Tourismus.
Tourentipp: Bouldern auf der Engstligenalp
Das Bouldergebiet «Luegli» ist neben der Engstligenalp das zweite grosse Bouldergebiet bei Adelboden. Etwas versteckt liegen die Blöcke unterhalb des kleinen Passes, welcher «Luegli» genannt wird. In einer herrlichen Alplandschaft liegen die Blöcke beim Sektor «City» relativ kleinräumig. Hier ist bisher erst ein Bruchteil erschlossen - bei einigen Blöcken stellt sich die Frage: Expo oder einbohren? Schön wäre es eigentlich, wenn auch in Zukunft in diesem einmaligen Stückchen Natur keine Bohrhaken blinken würden...
Tourentipp: Skihochtour vom Julierpass nach Preda
In drei Tagen über “Err und Schlaviner”. Der März ist auch der Übergangsmonat vom Hochwinter hin zum Frühling. Während im Flachland oft die ersten Blumen blühen, kann es etwas weiter oben in den Bergen noch richtig winterlich sein. Und genau diese Kombination aus Winter und Frühling machen den Reiz der Skihochtouren – also längeren Skitouren über Gletscher mit Gipfelaufstiegen zu Fuss und Steigeisen an den Füssen – aus.
Klettern im Jura – wo einst Brontosaurier hausten
Der Jubiläumsausflug in den Jura verbindet Klettern mit Kultur: Im Backcountry der Gastgeberfiliale Basel stecken die Bohrhaken dort, wo einst Brontosaurier hausten.