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Recco-Reflektoren: Kleine Helfer mit grosser Wirkung für deine Bergsicherheit

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Fabian Reichle, Mittwoch, 29. November 2023

Hast du schon mal ein kleines, eingenähtes Plättchen mit der Aufschrift «Recco» an deiner Winterausrüstung gesehen? Wenn du dich schon immer gefragt hast, welchen Zweck dieses kleine Teil erfüllt, dann lies weiter. Wir erklären in diesem Blog, welche Funktionen es besitzt und warum es dazu beiträgt, dass deine Sicherheit in den Bergen erheblich gesteigert wird.

Die Idee des Recco-Systems ist eigentlich ziemlich simpel: Ein leichter Reflektor, integriert in deine Kleidung oder Ausrüstung, wird im Notfall zum lebensrettenden Begleiter. Rettungshelikopter mit speziellen Detektoren können das Plättchen lokalisieren: Gerade die Einfachheit dieses Systems verleiht ihm eine geniale und zuverlässige Wirksamkeit.

Ein unauffälliger Reflektor, geschickt in deine Bekleidung oder Ausrüstung eingebettet, kann in kritischen Situationen Leben retten.


Warum Recco? Schlicht, leicht und effektiv

Der Recco-Reflektor ist so klein wie ein Pflaster, wiegt nur wenige Gramm und benötigt keine Batterien. Er muss nicht aktiv eingeschaltet werden, verliert nie an Signalstärke und benötigt keine Wartung. Da er zudem in der persönlichen Ausrüstung fest integriert ist, kann er unmöglich vergessen werden und die Gefahr, ihn bei einem Unfall zu verlieren, ist minimal.

Inzwischen sind Reflektoren nicht mehr ausschliesslich in Textilien wie Hosen oder Jacken integriert, sondern finden auch feste Verwendung in Outdoor-Ausrüstungen wie zum Beispiel Klettergurten von Black Diamond, Skitourenschuhen von Scarpa oder Rucksäcken von Ferrino. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Ausrüstungsgegenstände ohne eingebaute Reflektoren nachträglich aufzurüsten. Recco bietet separate Reflektoren zum Kauf an, die bequem an Helmen, Rucksäcken und Gürteln angebracht werden können.

Der Recco-Reflektor ist bei vielen Kleidungsstücken bereits fest in der Ausrüstung eingenäht. So wird  das Risiko des Verlusts bei einem Unfall minimiert. Alternativ kann er auch nachgerüstet werden und am Rucksack oder Helm angebracht werden.


Schnelle Rettung zu jeder Jahreszeit

Die Detektoren, um Recco-Plättchen zu orten, können nur von offiziellen Rettungsteams genutzt werden und werden beispielsweise an Helikoptern angebracht. Das erlaubt einen immensen Suchkegel, der schnell abgeflogen werden kann. Das ist besonders in Gebirgsregionen von Vorteil, die zu Fuss schwer erreichbar sind. Der grosse Suchradius spielt hier eine entscheidende Rolle. Jetzt kommen wir zum eigentlichen Grund für den Einsatz: dem Unfall selbst.

Was, wenn Lawinenverschüttete kein LVS (Lawinenverschütteten-Suchgerät) auf sich tragen? Leichtsinnige Tourengehende; Opfer, die anderweitig in Lawinen geraten oder sogar Pistenunfälle, wie sie in den letzten Jahren leider mehrfach vorkamen: In solchen Fällen ist Recco manchmal das einzige Werkzeug, um aufspürbar zu sein. Andere Jahreszeiten bergen ebenfalls Gefahren. Die meisten Unfälle in den Bergen passieren in den Sommermonaten – auch hier kann es entscheidend sein, in unübersichtlichem Gelände schnell gefunden zu werden.

Offizielle Rettungsteams können die Detektoren verwenden, um Recco-Plättchen zu lokalisieren. Diese Detektoren sind oft an Helikoptern angebracht.


In Anbetracht dieser vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ist Recco keineswegs eine veraltete Technologie oder ein nutzloses System. Es macht durchaus Sinn, beim Kauf von Bergsport-Ausrüstung auf das kleine Plättchen zu achten, denn es kann im Ernstfall Leben retten.


Recco vs. LVS: Eine Ergänzung, keine Konkurrenz

Bevor im Jahr 1974 das erste Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) namens Barryvox von Mammut auf den Markt kam, existierten bereits erste Ansätze von Rettungstechnologien. Doch warum wurde überhaupt ein alternatives System entwickelt? 

Verständnis ist hier der Schlüssel: Recco wurde nie als Ersatz oder Konkurrenz für LVS entwickelt. Die Vision war stets, eine zusätzliche Technologie anzubieten, die zusammen mit der üblichen Lawinenausrüstung einen weiteren Sicherheitsfaktor darstellt. So tragen beide Systeme dazu bei, Bergsportlern eine umfassende Sicherheitsausstattung zu bieten. Es gibt also einige gute Gründe, diese kleinen Reflektoren mitzuführen – für ein Plus an Sicherheit, auch ausserhalb des Wintersports.


Die meisten Bergunfälle ereignen sich im Sommer. Daher ist es entscheidend, auch in schwierigem Gelände schnell gefunden zu werden.


40 Jahre Recco – die Meilensteine des Unternehmens

  • 1973: Der Schwede Magnus Granhed verliert bei einem Lawinenunglück einen Freund. Hunde und Sondierung dauern zu lange, er setzt sich zum Ziel, eine schnellere Suchmethode zu entwickeln. Recco ist geboren.
  • 1981: Der erste Prototyp wird im Gelände getestet.
  • 1983: Die Firma Recco wird gegründet. Air Zermatt wird Partner der ersten Stunde und ist massgeblich an der Entwicklung des Systems beteiligt.
  • 1986: Die französische Marke Degré7 ist die erste, die Recco-Reflektoren in ihre Ski-Bekleidung einnäht
  • 1987: Die erste Lebendrettung ist erfolgreich. Eine Frau wird via Helikopter in Lenzerheide lokalisiert.
  • 1992: Recco rüstet die Nato aus.
  • 2009: Nach jahrelanger Entwicklung sind die einst 20 Kilogramm schweren Detektoren nunmehr handliche Modelle, die in jeden Rucksack passen.
  • 2016: Die neueste Generation von Helikopter-Detektoren wird vorgestellt.
  • 2017: Recco wird offizieller Sicherheitspartner der Freeride World Tour.
  • 2023: Recco feiert sein 40. Jubiläum. 

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