Zum Inhalt springen

Familienunternehmen seit 1974

Unsere Versandkonditionen

4.8/5 10'600 Trustpilot Bewertungen

DE | FR | IT
  1. Erlebnis
  2.  > 
  3. Blog
2026-02_blog_sonnenschutz_01.jpg

Sonnenschutz am Berg: So schützt du Augen und Haut vor UV-Strahlen

hanna-bar_neu.jpg
Hanna Bär, Montag, 09. März 2026

Ob Skitour oder Hochtour: Durch Höhe und Reflexion ist die UV-Belastung in den Bergen besonders hoch. Erfahre, warum auf dem Gletscher Sonnenbrillen der Kategorie 4 Pflicht sind, wie du den Lichtschutzfaktor deiner Creme wirklich ausnutzt und warum UV-Bekleidung oft eine gute Lösung ist.

Das Lawinenbulletin beim Skitourengehen, die Gewittergefahr beim Felsklettern, das Thermometer auf Hochtour – wer am Berg unterwegs ist, hat das Wetter und die objektiven Gefahren wie selbstverständlich im Blick. Etwas unter dem Radar läuft dabei jedoch die UV-Strahlung. Klar, sie ist nicht so unmittelbar lebensgefährlich wie eine Lawine oder ein Absturz. Dennoch tut man gut daran, sie ernst zu nehmen – vor allem am Berg. Denn mit der Höhe nimmt auch die UV-Belastung zu. 

Fels, Schnee und Eis reflektieren zudem die Strahlung – Schnee etwa bis zu 90 Prozent. Das verstärkt die UV-Belastung zusätzlich. Wenn wir uns ihr am Berg aussetzen und nicht ausreichend schützen, kann sie kurzfristig einen Sonnenbrand verursachen und langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen. Sonnenschutz gehört deshalb zur Pflichtausrüstung beim Bergsport. 

UV-Schutz bei Sonnenbrillen

«Alle Brillen in unserem Sortiment haben einen UV-Schutz», so Päivi Litmanen, Produktmanagerin bei Bächli Bergsport. Das verpflichtende CE-Kennzeichen jeder im Handel befindlichen Sonnenbrille gewährleistet einen Schutz bis zu einer Wellenlänge von 380 Nanometern. Im Bergsport gehen einige Hersteller noch etwas weiter: Mit «UV400» kennzeichnet Julbo seinen UV-Schutz bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern. Auch Glorify und Oakley bieten solche Brillen an. Für den UV-Schutz werden die Gläser entweder mit einer absorbierenden Folie überzogen oder der Schutz wird – kratzfester, aber auch teurer – direkt ins Kunststoffglas eingearbeitet. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) betont in einem Merkblatt zur Verwendung von Sonnenbrillen übrigens, dass die UV-Beständigkeit einer Sonnenbrille mit der Zeit abnimmt und nur für zwei Jahre gewährleistet ist. 

Nicht zu verwechseln ist dieser UV-Schutz mit der Tönung der Gläser. Diese bestimmt lediglich die Lichtdurchlässigkeit. Gemäss der auch von der Schweiz übernommenen internationalen Norm ISO 12312-1:2022 zählen Sonnenbrillen zur persönlichen Schutzausrüstung. Nach dieser Norm gibt es fünf Tönungsstufen oder Transmissionsgrade, von ungetönten Gläsern der Kategorie 0 bis zur stärksten Tönung der Kategorie 4 mit nur drei bis acht Prozent Lichtdurchlässigkeit. Dank dieser Norm fällt der Tönungsvergleich auch herstellerübergreifend sehr leicht.

Aber welche Tönung ist die richtige? «Ich trage eigentlich immer eine Sportbrille, auch beim Joggen am Morgen oder bei abendlichen Skitouren», verrät Litmanen. Für solche Anlässe empfiehlt sie Gläser der Kategorien 0 oder 1. Bei Gletschertouren, insbesondere an sonnigen Tagen, ist die höchste Kategorie angebracht. Zusätzlich sollten Brillen für den Einsatz auf dem Gletscher die Augen möglichst komplett abdecken, etwa durch breitere Bügel oder (abnehmbare) Blenden. So gelangt auch von unten oder der Seite kein (reflektiertes) Licht in die Augen, denn am Gletscher kommt das Licht nicht nur von oben.

Sonnenbrille mit Nasenschutz und seitlichem Blendschutz.

«An Tagen mit wechselnden Lichtbedingungen haben sich selbsttönende Gläser bewährt», weiss Expertin Litmanen. Die sogenannten photochromatischen oder phototropen Gläser decken mehrere Transmissionsgrade ab und passen die Tönung automatisch an, beispielsweise von Kategorie 0 bis 3 oder von Kategorie 2 bis 4. Julbo bietet inzwischen sogar Brillen mit einem Tönungsspektrum von 0 bis 4. Das Nachdunkeln oder Aufhellen der Gläser erfolgt, kaum spürbar, über einen Zeitraum von bis zu 20 Sekunden. Schnelle Hell-Dunkel-Wechsel, etwa bei einer Abfahrt durch einen lichten Wald, können also nicht umgehend ausgeglichen werden.

Sonnenlicht in Kombination mit Gletschern, Schnee und Wasser erfordert besonders hohen UV-Schutz.
 

Im Wassersport unentbehrlich, aber auch auf Gletschern ratsam, sind polarisierte Gläser, die Spiegelungen und Blendungen reduzieren. Achtung: Mit polarisierten Gläsern können manche Displays – etwa von Smartphones oder LVS-Geräten – schlechter erkannt werden. Dies sollte man unbedingt vor dem Kauf in einer der Bächli Bergsport Filialen testen. Das Anprobieren empfiehlt Expertin Litmanen sowieso: «Es gibt so viele verschiedene Formen, da lässt sich für jeden Kopf die optimale Passform finden.» 

Ein letzter Tipp: Bei einem Defekt oder gar Verlust der Sonnenbrille auf Tour hilft die Rettungsdecke aus dem Erste-Hilfe-Kit: Einlagig verwendet bietet sie in etwa denselben Transmissionsgrad wie eine Brille der Kategorie 4 und einen sehr guten UV-Schutz.

Schneeblindheit

Der umgangssprachliche Ausdruck für Akute Photokeratitis beschreibt eine Reizung der Horn- und Bindehaut des Auges durch besonders kurzwellige UV-B-Strahlen mit einer entzündlichen Reaktion – ähnlich einem Sonnenbrand auf der Haut. Symptome können sein: Schmerzen, tränende Augen, Rötungen und Schwellungen, eine erhöhte Lichtempfindlichkeit, ein Fremdkörpergefühl im Auge sowie leichte Sehstörungen. Wie der Name bereits verrät, besteht in stark reflektierender Umgebung, wie in Schnee oder Eis, ein erhöhtes Risiko dazu – der Schutz der Augen ist hier auch bei nebligen Bedingungen ratsam.     

 
Hautschutz mit Sonnencreme

Besonders im März und April ist in Sachen UV-Schutz Vorsicht geboten: In diesen Monaten ist die Ozonschicht, die einen Teil der UV-Strahlung absorbiert, am dünnsten und somit durchlässiger. Das erhöht die UV-Belastung zusätzlich. Wie hoch diese tatsächlich ist, verrät der UV-Index, der in jedem guten Wetterbericht enthalten sein sollte – am besten auch gestaffelt für unterschiedliche Höhenlagen. Die Haut verfügt über einen gewissen Eigenschutz gegenüber UV-Strahlen. Dieser reicht von wenigen Minuten beim hellsten Hauttyp bis zu über einer Stunde beim dunkelsten Hauttyp. Wer sich selbst einschätzen will, kann sich an der sechsstufigen Fitzpatrick-Skala orientieren. 

Der Lichtschutzfaktor (LSF oder SPF) von Sonnencremes gibt an, um welchen Faktor sich diese Eigenschutzzeit verlängert, bevor die Haut einen Sonnenbrand bekommt. Bei LSF 30 also um das Dreissigfache. Vorausgesetzt, man verwendet eine ausreichende Menge der Creme: Empfohlen sind zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut. Für das Gesicht entspricht das etwa einem guten Teelöffel. Aufgrund der höheren UV-Belastung in den Bergen sollte man mindestens LSF 30 verwenden, bei Schnee und auf Hochtour besser LSF 50 oder 50+. 

Schweiss, Wasser, Wind und Reibung reduzieren den Effekt der Creme. Als Richtwert gilt: Etwa alle zwei bis drei Stunden nachcremen, spätestens jedoch, wenn man ohnehin eine Trink- oder Essenspause macht. Mit dem Nachcremen beginnt die Schutzzeit nicht von vorne, sondern der ursprüngliche Schutz wird lediglich aufrechterhalten.

Idealerweise cremt man sich etwa eine halbe Stunde vor dem Losmarschieren ein. So kann die Creme richtig einziehen und bei chemischen Filtern, wie sie in allen bei Bächli Bergsport erhältlichen Cremes enthalten sind, ihre volle Schutzwirkung entfalten. Zudem vermeidet man so Flecken auf Funktionsbekleidung. Für Membranen ist Sonnencreme «Gift», denn die Creme verklebt die feinen Poren der Membran regelrecht und reduziert so die Wasserdampfdurchlässigkeit. Falls etwas danebengeht, die Creme abtupfen, möglichst nicht einreiben und zu Hause das Bekleidungsstück gemäss der Pflegeanleitung waschen. «Meistens geht der Fleck dann auch wieder raus», berichtet Bächli-Textilexpertin Daniela Stünzi aus eigener Erfahrung.

Sonne geniessen: am besten nur kurz und immer mit Sonnencreme.

Gut bedeckt: UV-Bekleidung

Fettige Finger, Rucksack-Wühlerei am Standplatz: Nachcremen gehört auf Bergtour zu den lästigen Dingen. Ganz vermeiden lässt es sich nicht, aber dank UV-Bekleidung immerhin auf das Gesicht reduzieren. UV-Bekleidung zählt zur persönlichen Schutzausrüstung und muss deshalb entsprechend zertifiziert sein. Analog zum Lichtschutzfaktor bei Sonnencreme wird bei Textilien der UV-Schutzfaktor (UPF) angegeben. Auch dieser gibt an, um welchen Faktor man sich länger in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Im Bächli-Sortiment gibt es Bekleidung ab UPF 40, die meisten Textilien sind mit UPF 50 oder 50+ ausgewiesen. Zum Vergleich: Ein leichtes und helles T-Shirt aus Baumwolle hätte etwa einen UPF 10. 

«Generell schützt auch normale Kleidung, je nach Machart jedoch mehr oder weniger», so Stünzi. Das Gewebe muss möglichst engmaschig sein, um undurchlässig für UV-Strahlung zu werden. Das kann man selbst in einer der Bächli-Filialen testen: «Dafür das Material leicht dehnen und gegen das Licht halten – der Unterschied lässt sich meist mit blossem Auge erkennen», rät die Bächli-Expertin. Auch die Farbe spielt beim UV-Schutz eine Rolle. Deshalb müssen Hersteller unterschiedliche Farbvarianten des gleichen Modells separat zertifizieren lassen. Dunkle Farben lassen weniger Strahlung hindurch als helle – am besten schützt ein dunkles Blau.

Für die Textilzertifizierung gibt es aktuell drei herstellerunabhängige Standards: den Australisch-Neuseeländischen Standard (AS/NZS 4399:1996), den Europäischen Standard (DIN EN 13758-1) und den UV-Standard 801. Bei den ersten beiden wird das ungedehnte, trockene Textil im Neuzustand getestet. Für den UV-Standard 801 erfolgt die Messung dagegen am nassen, gedehnten Textil. «Ist das Textil nass, etwa durch Schwitzen, oder ist das Material durch mehrjährige Benutzung gedehnt, verringert das den UV-Schutz», so Stünzi. Ausgeleierte Shirts schützen also schlechter als Neuware. Generell freut sich Stünzi, dass auf Herstellerseite die Sensibilität für den UV-Schutz wächst. Besonders das Sommer-Sortiment ist inzwischen beträchtlich gewachsen.

Neben klassischen Wanderblusen gibt es etwa auch sportlich-luftige Sunhoodies, wie den Selun FL Sun Hoody von Mammut. «Generell braucht es da ein Umdenken und etwas Gewöhnung, um auch bei 30 oder 35 Grad ein Langarmshirt mit Kapuze zu tragen», so Stünzi. Der Sonnenschutz wird damit aber denkbar einfach. Vervollständigen lässt er sich mit Caps, Hüten und Schlauchtüchern mit UV-Schutz. Im grossen Bächli-Sortiment finden sich zudem auch Cremes und Brillen im Retrodesign – wer den alten Zeiten sonnengegerbter Bergsteiger nachtrauert, greift am besten zu diesen Produkten, anstatt ungeschützt in die Berge zu ziehen.

Einfacher als eincremen: Schlauchtücher lassen sich variabel anwenden und machen den Sonnenschutz komplett. Tipp: Regelmässiges Nässen sorgt im Sommer für angenehme Kühlung.


Weitere Beiträge

2026-02_blog_tourenstoecke_03.jpg

Tourenstöcke kaufen: So findest du die perfekten Begleiter für deine Skitour

Ob Aufstiegshilfe oder Stütze bei der Abfahrt – ohne die richtigen Tourenstöcke läuft auf Skitour wenig. Doch worauf kommt es bei der Auswahl an? Während Stöcke im Vergleich zu LVS-Geräten oder Bindungssystemen unkompliziert wirken, gibt es bei Material, Packmass und Handhabung wichtige Unterschiede. Wir zeigen dir, wie du die richtige Entscheidung für dein nächstes Bergabenteuer triffst.

2024-07_blog_besser_biwakieren_08.jpg

So kannst du deinen Daunen-Schlafsack pflegen und waschen

Schlafsäcke sind die perfekten Begleiter für Outdoor-Nächte. Idealerweise werden sie nach jedem Gebrauch gut gelüftet und getrocknet. Doch wer schon auf einer mehrtägigen Tour unterwegs war, weiss, dass es aus Zeitgründen oder wegen Regenwetter oft nicht möglich ist, seinen Schlafsack täglich auszulüften. Hier bekommst du eine Pflegeanleitung für zu Hause.

2026-01_blog_expert_softshell_05.jpg

Alles über Softshell-Jacken: Experten-Guide zu Materialien, Schutz und Passform

Softshell-Jacken im Experten-Check: Von Wärmerückhalt bis Wetterschutz – wir zeigen dir, worauf es beim Kauf wirklich ankommt. Erfahre alles über die richtige Wahl deines Alleskönners für maximale Flexibilität am Berg.

2025-10_blog_mammuteigerextrem_03.jpg

Ein starkes Stück Schweiz: Eiger Extreme Kollektion von Mammut

Die legendäre Eiger Extreme Kollektion von Mammut wird 30 Jahre alt – und dieses Jubiläum feiern die Schweizer mit der inzwischen sechsten Auflage der Bekleidungslinie für Alpinisten mit hohen Ansprüchen.

2025-04_blog_skitourenschuhe-02.png

Expert: Neuheiten und Trends rund um Skitourenschuhe

Ob Genusstour, Freetouring oder Skitouren-Rennen – noch nie waren Skitourenschuhe leichter und bequemer. Nie zuvor boten sie eine so überzeugende Abfahrts-Performance. Wir nehmen die Trends und Neuheiten unter die Lupe, und geben Tipps zum Skischuhkauf.

2025-06_blog_kocher.jpg

Outdoor-Kocher im Vergleich: Gas, Benzin oder Komplettsystem?

Die Wahl des richtigen Camping-Kochers ist heute weit mehr als nur die Frage nach dem Brennstoff. Ob Ultraleicht-Camping oder alpine Expedition: In unserem Guide erfährst du, worauf es bei Leistung, Windschutz und Brennstoff-Verfügbarkeit wirklich ankommt – damit du für jedes Abenteuer das passende Kochsystem findest.

2025-01_blog_expert_skibau_01.jpg

Harte Schale, grüner Kern? So nachhaltig sind Tourenskis

Damit Ski so funktionieren wie gewünscht, ist heutzutage mehr nötig als ein Holzbrett mit Stahlkanten. Den mit Harz verpressten Hochleistungsmix aus Kunststoffen, Glas- und Carbonfasern nachhaltig herzustellen, ist indes kein leichtes Unterfangen.

2025-01-blog_ski-workshop_01_DSC01233.jpeg

Workshop: So baust du deinen Traumski

Ein Ski im coolsten Design, das du dir vorstellen kannst, die Fahreigenschaften abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse – und die edlen Bretter sogar noch eigenhändig fertigen! Dieser Traum muss kein frommer Wunsch bleiben. Wir haben einen Workshop der Dynafit Ski Factory besucht.

Passende Inhalte