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Wanderskala

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Niklas Stauffacher, Dienstag, 10. September 2019

Eine Wanderweg-Markierung kann uns eine Vielzahl von Informationen geben – mehr als man dem Farbklecks zutrauen würde. Das Farbsystem basiert auf der Wanderskala des SAC, welche 6 verschiedene Grade unterscheidet: Von T1 bis T6 werden auf diese Weise unterschiedliche Geländevoraussetzungen bezeichnet, vom leichten Pfad bis zu schwierigem Terrain. Wir zeigen dir, was die jeweiligen Farben und Abstufungen bedeuten.

Wer hierzulande wandern geht, kennt sie nur zu gut: die Markierungen der Schweizer Wanderwege. In regelmässigen Abständen sind die farbigen Signalisationen angebracht – mal in Form eines ausführlichen Schildes, mal als Aufkleber, als Holzpflock oder gar nur auf einen Felsen oder die Rinde eines Baumes aufgemalt. Sicherlich sind dir die unterschiedlichen Farbvarianten gelb, weiss-rot und weiss-blau und ihre jeweilige Bedeutung bekannt, vielleicht bist du aber auch noch neu im Wanderbusiness und hast dich auch schon gefragt, was hinter den farbigen Schildchen steckt - dann lohnt es sich umso mehr, weiterzulesen. 

Der Wanderweg

Der einfache Wanderweg wird gelb markiert und zeichnet sich dadurch aus, dass er gut sichtbar und für eine grosse Menge von Leuten einfach zu begehen ist. Hier treffen wir auf eine multisportive Welt, von Spaziergängern und Wanderern über Jogger bis zu Velofahrern können allerlei Freizeitsportler angetroffen werden. Besonders geeignet sind gelb markierte Wanderwege für Familien mit kleineren Kindern, denn die Wege sind gut gesichert, heikle Stellen werden mit Geländern gesichert und über steilere Passagen können auch mal Treppenstufen hinweghelfen. Gelb markierte Wanderwege treffen wir oft in stadtnaher Natur an, im gesamten Mittelland sowie vereinzelt in den Bergen.

Der Bergwanderweg

Sobald das Gelände mehr Trittsicherheit verlangt, steiler und anspruchsvoller wird und die Wanderwege nicht mehr immer ganz klar als breite Wege, sondern allenfalls lediglich als schmale Trampelpfade zu erkennen sind, tauchen die weiss-rot-weissen Markierungen der Bergwanderwege auf. Gute Trittsicherheit, geeignetes, stabiles Schuhwerk mit guter Profilierung und grundlegende Orientierungskenntnisse werden nun vorausgesetzt. Auf Bergwanderwegen kommen nicht selten Passagen mit steilen Felsstufen, ausgesetztes Gelände oder gar mit Seilen oder Ketten gesicherte Stellen vor. Die Hände können in diesem Bereich, wir befinden uns auf der SAC-Wanderskala in den Graden T3 und T4, zum Halten des Gleichgewichtes benötigt werden, nicht aber grundlegend zur Fortbewegung. Je nach Tour ist bereits hier Schwindelfreiheit hilfreich, bei Querungen von Geröllfeldern beispielsweise und steil abfallenden Passagen ist Vorsicht geboten.

Der Alpinwanderweg

Alpinwanderwege umschliessen die SAC-Wandergrade T4 bis T6. Weiss-blau-weisse Markierungen signalisieren, dass Vertrautheit mit alpinem Gelände, robuste Bergschuhe und gutes Orientierungsvermögen selbst bei komplett weglosen Touren zwingend vorausgesetzt sind. Während sich eine T4-Stelle von einer im Grad T3 durch leichte Metallleitern und Tritte aus Eisenstäben unterscheiden kann, sind Touren im Bereich T6 nochmals ein Stück anspruchsvoller: In Kletterstellen über exponierte Felsen, Gletscherpassagen und Firnfeldern haben beispielsweise leichte Turnschuhe nichts zu suchen – hier ist die entsprechende Vorbereitung punkto Ausrüstung ein absolutes Muss! Je nach Tour kommen Pickel oder Steigeisen auf die Packliste. Da Alpinwanderwege teils ohne Markierungen auskommen, wird grosse Konzentration bei der Orientierung im Gelände verlangt, wo die Wege in Karten nicht eingezeichnet sind, kann ein Kompass weiterhelfen.

Einem jeden Weg seine Markierung

Das Netz der Schweizer Wanderwege umfasst rund 65'000 Kilometer unterschiedlichster Wanderwege – klar, dass sich diese zwar kategorisieren lassen, letzten Endes aber doch jede Tour ihre eigenen Besonderheiten und Herausforderungen hat. Die SAC-Wanderskala gibt einen guten Überblick über unterschiedliche Terrains und Anforderungen, während unterwegs die entsprechenden Wegweiser eine Rückversicherung sein können, dass du dich noch immer in dem entsprechenden Wandergrad befindest. Mit der richtigen Vorbereitung auf deiner Wandertour kannst du somit unbesorgt unterwegs sein – im Wissen, die nötigen Kenntnisse, Fähigkeiten und Ausrüstung mit dabei zu haben.

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