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Tags: Hochtour, Berner Oberland

Mein erster 4000er

ALENA, TINA, NADIA, 18.07.2019

In Zusammenarbeit mit Mammut hatte Bächli Bergsport zwei begeisterte Bergsportlerinnen gesucht, die auf einer gemeinsamen Tour den Mönch als ihren ersten 4000er-Gipfel besteigen wollten – und fand in Tina Schmelzer und Nadia Kägi zwei äusserst motivierte Gewinnerinnen. Anfang Juli 2019 fand die Tour auf den 4107 m.ü.M. hohen Berg in den Berner Alpen statt, geführt durch Konrad Rösti, Bergführer der Mammut Alpine School, und Caro North, Mammut Pro Athletin und Bergführer-Aspirantin. Bei traumhaften Wetterbedingungen wurden unvergessliche Erinnerungen geschaffen – doch lassen wir dazu doch am besten gleich die beiden Alpinistinnen sprechen:

«Obwohl ich niemand der Gruppe kannte, war das Treffen am Bahnhof in Grindelwald wie eine Zusammenkunft alter Bekannten. Caro, Tina und ich haben uns gleich in die Arme geschlossen und die Vorfreude auf das gemeinsame Abenteuer war riesig. Herzlich wurden wir von Michael von Bächli Bergsport und den Bergführern empfangen. Vom Zug aus konnten wir die eindrückliche Eigernordwand bestaunen. Umso unglaublicher war es, uns mit unseren Begleitern, die diese bereits mehrmals und in Rekordzeiten bezwungen hatten, zu unterhalten. Dann wurde auch das Geheimnis der Überraschung gelüftet: Wir stiegen beim Stollenloch aus und durften Nordwand-Luft schnuppern. Ich hatte mich auf die Mönchstour eingestellt und obendrauf kam jetzt noch die Eigernordwand. «Verrückt, Eigernordwand als Training für den Mönch! », scherzten wir. Ich war unendlich beeindruckt, als wir mitten in der steilen Wand standen. Es war so eindrücklich und ich konnte mich einfach nicht sattsehen. Sogar klettern durften wir! Als Erinnerung habe ich einen kleinen Stein eingepackt. »

Im Vorfeld zu der grossen Bergtour waren Tina und Nadja mit Hardshelljacken, Softshellhosen aus der neuen Mammut Eiger-Kollektion für Damen, einem Alpinrucksack sowie einem Kletterhelm ausgerüstet worden, um so optimal vorbereitet zu sein. Die Überraschung in der Eigernordwand schien geglückt zu sein: In den rund 1,5 Stunden, die die Gruppe in luftiger Höhe verbringen konnte, erhielten die beiden einen ersten Eindruck von der Schönheit und Schroffheit der Bergwelt rund um Grindelwald. «Für mich ein absolutes Highlight! », sagt Tina über diesen Abstecher – und das noch bevor sie am Abend im Schneegestöber die Mönchsjochhütte erreicht hatten.

Der Moment, als sie die Wärme der Berghütte am nächsten Morgen kurz nach 4 Uhr wieder verliessen, prägte sich ein:

«Ich war nervös und etwas schlaftrunken, als mir Konrad in der Garderobe der Mönchsjochhütte das Seil mit der Achterschleife ausgehändigte. Habe ich alles? Bin ich bereit für dieses Abenteuer? Jetzt bin ich am Seil und es geht los! Draussen war es noch dunkel und kalt. Die Morgenstimmung war magisch. Mit Stirnlampe alleine in der stillen und mächtigen Bergwelt, die Weite der weissen, beinahe unendlichen Schneelandschaft und wie sich die Sonne langsam als roter Strich an der Gipfelkette abzeichnete – dieses Gefühl werde ich nie vergessen. »

Aufgrund des Schneefalls in der Nacht mussten die Steigeisen schon früh angezogen werden, keine Chance hätten normale Bergschuhsohlen, im Schnee, der das felsige Gelände bedeckte, ausreichend Halt zu finden.

«Für mich eine erste Challenge, bin ich in Steigeisen nicht so trittsicher, wie ich es mir wünschte. Aber Caro führte mich dank ein paar kurzer Pausen gut und sicher zum Gipfel. Ein unglaublich tolles Gefühl, wenn du Schritt für Schritt weiter nach oben steigst, die Sonne langsam hinter den Berggipfeln aufgeht und du mit tollen Leuten am Berg unterwegs bist – Glücksgefühle pur! »

Für die beiden 4000-er-Neulinge war vor allem der Gipfelgrat beeindruckend. Bedeutete er für die einen aufgrund seiner Ausgesetztheit Nervosität und Konzentration, beobachteten andere eine Wolke, die wie eine Roche über die Seilschaften glitt. Kurz stillzustehen und sich einen Moment Zeit für die Aussicht zu nehmen lohnte sich jedoch:

«Zur einen Seite lag uns die Gletscherwelt und ein „Winterwunderland“ zu Füssen, mit Blick auf den Aletschgletscher – sogar das Matterhorn war zu sehen. Auf der anderen Seite überwogenen stattdessen saftig grüne Wiesen, Bergseen und Sommerfeeling pur, getrennt nur durch den Grat, über den wir uns bis zum Gipfel kämpften. »

«Am Gipfel angekommen fühlte ich grenzenlose Freiheit», erinnert sich Tina und auch Nadja berichtet: «Das Gefühl auf dem Gipfel des Mönchs werde ich nie vergessen: Ich war voller Stolz auf die Leistung des Teams und meine eigene. Die Aussicht war beeindruckend und Caro hatte sogar Ovi-Gipfelschoggi mitgebracht. Es folgten herzliche Umarmungen und Gratulationen zu unserem ersten 4000-er. »

Der auf das Gipfelglück folgende Abstieg verlangte von allen nochmals nach voller Konzentration und Trittsicherheit. Sorgfältig einen Schritt vor den anderen setzend und dabei auch immer wieder fröhlich schwatzend und sich über Erfahrungen am Berg austauschend stiegen die beiden Seilschaften langsam wieder der Kleinen Scheidegg zu. Hier erwartete die Gruppe ein feines Zmittag – und eine Erkenntnis: «Erst unten angekommen realisierte ich wirklich, welch Anstrengung mich das tolle Abenteuer gekostet hatte. Alles in allem war ich deshalb aber umso stolzer auf mich! »

Auf die Besteigung des Mönchs als ihre erste 4000er-Tour rückblickend schwärmen die Alpinistinnen: «Ich bin unfassbar dankbar, solch tolle Menschen kennengelernt zu haben – die Freude für Berge und den Sport verband uns sofort. Es war eine unglaublich tolle Chance und ich freue mich jetzt schon auf meinen zweiten 4000er! »

Fotos & Videos: Nicolas Hojac

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